Es gibt keine Moderne Kunst!

Ich komme verspätet zu der Erkenntnis, dass es wahrscheinlich keine moderne Kunst gibt. Schon länger wollte ich drüber bloggen, mit meinem fragmentarischen hier-und-da Kunstwissen. Aber nein, selbst dieses Wissen gab es nicht. Ich bin schwer enttäuscht, wer auch immer mir eingeredet hat, dass es cool sei, diese intellektuellen Proleten wie Damien Hirst oder Tracey Emin toll zu finden.

In München hing ein Faden von der Decke. Letztes Jahr, in der Modernen Pinakothek. Es war sogenannte Installationskunst, ich dachte, aha, das ist jetzt modern, das ist ja witzig. Ein Rucksacktourist hielt seinen Finger nah an den Faden, welcher von der elektrostatischen Ladung dann verdächtig nah an an seinen Finger gelangte. Ein Wächter sah dies, sagte warnend nicht berühren!, Der Rucksacktourist entgegnete tue ich doch nicht!

Der Rucksacktourist hatte recht, denn es stand zwar wie überall KUNST NICHT BERÜHREN, aber es stand nirgendwo BITTE NICHT ELEKTROSTATISCH ANZIEHEN LASSEN oder NICHT GEGENPUSTEN (Was ich diesem Faden gerne angetan hätte, um diesen autoritären Wächter mal zu nerven, nachdem er harmlose Rucksacktouristen zusammengestaucht hat.

Tja, solche witzigen Sachen geschehen in dem politischen Mikrokosmos “modernes Kunstmuseum.” Ich glaube, dass moderne Künstler also keine modernen Künstler sind, sondern sie eigentlich Politiker/Historiker/Philosophen sind, ziemlich gute sogar.

Christoph Schlingensief hatte sich vor einigen Jahren mal von der Deutschen Bank eine Kunstaktion bezahlen lassen, die daraus bestand, einfach hunderttausend Euro vom Reichstag herunterzuwerfen. Durfte er aber dann doch nicht. Deutsche Bank sagt Nein! Herrlich, die Diskussion darum, Sinn und Zweck etc. — leider kein Platz an dieser Stelle. Oder Kraftwerk (wenn man die denn als moderne Kunst bezeichnen kann), die 400.000 Euro für ein minimales Jingle für die Expo 2000 erhalten haben, und damit eine prima Grundlage für eine Kritik an das 3Super-Hits-am-Stück!!-Radioniveau geboten haben (weil sie die Hypermoderne Komposition nicht spielen wollten, passte nicht in den Einheitsbrei).

Was im Volksmund als Moderne Kunst bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit unser aller schlechtes Gewissen, die für die Debatten sorgen, die meist leider von der Bild-Zeitung ausgehen, und die uns dann stark gefiltert erzählt, was im Parlament abgeht…

Kein Wunder, dass Künstler manchmal einfach das Gefühl haben, 100.000 Euro vom Reichstag herabzuwerfen (Schlingensief), oder ihn einzuhüllen (Christo, Jean-Claude 1995). Die Botschaft überzeugt in ihrer Klarheit. Vielleicht ist moderne Kunst ja die nötige Spur Diktatur in der Demokratie, denn ein einzelner Künstler diktiert, welche gesellschaftlich notwendigen Debatten er anzettelt.

Als ich letztens aufgedreht von Kaffee vor dem Computer saß hatte ein noch unentdeckter Künstler ein paar Werke auf Facebook gepostet, die ich spontan kommentierte. Ich war von meinem Resultat selber überrascht, und vielleicht ist das ja ein Zeichen von guter moderner Kunst, die ein Nichts ist,  ein Mangel, eine Negativität, eine Projektionsfläche für allerlei Gedanken/Theorien ist.

Hope — Yellow and Orange No. 1

Dezember 2009, Facebook, unbekannter Künstler

Was [unbekannter Künstler] hier beschreibt ist nichts weniger als Lacan’s “Il n’ya pas de rapport sexuel” (Es gibt keine sexuelle Beziehung). Das Bild, das ohne die provokanten Farben von einer Kitschkunst-interessierten Hausfrau gemalt sein könnte, funktioniert nur mit der fantasmatischen Idee der “Liebe” — hier symbolisiert in seiner einfachsten Form: dem Herz. Die, zumindest nach populärem Geschmack, unästhetische Farbgebung unterminiert die romantische Idee der Liebe, die, ebenso wie Lacan besagt, das Sexualität ohne die Fantasie nicht existiert, bzw. in seiner rohen Form eklig wird (s. Snuff-Porn, den Slavoj Zizek mit besonders schlimmen, reelen Momenten vergleicht, wie 9/11). Das naive, fast wie von einem Kind skizzierte Herz führt dem Betrachter dennoch penetrant die romantische Liebesidee vor, so dass es fast eklig wird, in angesicht der Farbgebung, die digitale Machart, die inadequate Facebookvermarktung und, wie bei anderen Werken in dieser Serie, den globalen Kitschkommentar “Hope”, der anscheinend ironisch gemeint ist.
Hope — Yellow and Orange No. 2
Dezember 2009, Facebook, unbekannter Künstler
Das Guantanamo-Orange und das Dollarzeichen stehen im Kontrast zum Hope-Titel. Ausserdem ist Gelb eine Farbe des Gifts, also deine sporadische/unsaubere Applikation kann auf dem vergifteten/kapitalistischem Individuum auf dem Orangenen Grund (d.h. eine Gesellschaft im Zeichen des Homo Sacer/entrechteten und ausgeschlossenen Subjekts hindeuten (s. Giorgio Agamben/Judith Butler’s neuere Werke)…also ein Kommentar zur heutigen Gesellschaft, die “Hope” als augenwäscherische Propagandaformel benutzt, um den letzten Dreck zu betitulieren.

Add comment December 11, 2009

Lesen mit Kindle?

Seitdem ich das Luxuproblem habe, meine Bücher an einigen Orten zu haben, und gerne auf sie Zugriff hätte, wenn ich mich unglücklicherweise an Buch-Nichtstandort befinde, frage ich mich, ob ein E-Reader sinnvoll wäre.

Die Antwort ist nein. Und das ist nicht nur so, weil ich ein Buchregal und sein organisches Wachsen, gelegentliches durchwälzen und durchschauen gut finde, sondern auch weil Notizen an Buchrändern bei E-Readern nicht möglich sind? Ich bin mir da unsicher, denn eine Tastatur hat der Kindle E-Reader ja — aber kann man dort auf einzelne Seiten Kommentare hinterlassen? Oder Passagen digital unterstreichen? Und diese einzelne Seite mit den Notizen schnell ausdrucken?

Das wäre ein großer Vorteil, denn die eigene Bibliothek sollte eine persönliche Note enthalten, und nicht jungfräulich aussehen. Einige Bücher aus dem Antiquariat haben neben den fast lebendigen (Schmutz-) Flecken auch sinnvolle oder weniger sinnvolle Randbemerkungen.

Bücher aus den Tiefen des Antiquariats, die 50 oder mehr Jahre alt sind, vor Unterstreichungen und Fragezeichen sowie unleserlichen Wörtern am Rand strotzen — und wenn dann noch die Geschichte bewegt, dann glaube ich, selber ein Stück Geschichte in der Hand zu haben. Das Buch an sich als Teil der Geschichte…

Pardon, ich glaube bin da von den evtl. digitalen Randbemerkungs- oder Unterstreichungsmöglichkeiten abgeschweift. Selbst wenn das möglich ist, ist es schwer, digital 500 Seiten durchzublättern um einen Kommentare schnell mit der passenden Textstelle ausfindig zu machen. Und darum geht es doch häufig: Schnell den passenden Gedanken oder das interessante Zitat parat zu haben.

Ich würde gerne einige Blogs und Mails intensiver lesen, was mir auf dem Computerbildschirm schwerfällt. Dafür allein ist der Kindle aber noch zu teuer. Für den täglichen digitalen Einwegmüll (wie diesen Blogeintrag z.B.) ist ein E-Reader also nützlich.

Es gibt also immer noch keine Alternative für das Buchregal oder den Bücherhaufen, wahlweise. Und das ist auch gut so, denn vielleicht ist das Buchregal die letzte Bastion gegen den “flexiblen Kapitalismus” (s. mein Buchregal), mit flexiblen Büchern. Der Mensch möchte halt manchmal an den Ort seines Ursprung…ähhh Buchsprungs zurückkehren.

Nachtrag 6. Dezember

Google Scholar ist schon eine kleine Lösung des Problems. Für wissenschaftlich Arbeiten kann man da etliche Bücher durchsuchen. Die Norton Anthology bietet einen Webzugang an, wenn man das Werk kauft. Das sollte Standard werden, um gerade dicke Werke schnell auf Schlagwörter zu durchsuchen, um dann den Text aber in Druckform intensiv lesen zu können.

Das Problem an Google Scholar (wenn man das Werk nicht in Druckform hat) ist, dass man seinen Essay aus kleinen Fragmenten zusammenbasteln kann. Aber da sollte jeder Dozent zwischenhauen und fragmentarisches Denken anmäkeln.

Digital und Druck, keine Gegensätze sondern Symbiose!

2 comments November 5, 2009

Why I Blog: Egoism, Exhibitionism, Demons

Some years ago, I read some George Orwell texts: 1984, shorts stories (Shooting an Elephant — hillarious!), essays (Socialism and the English Genius). When I had some discussions about blogging recently, why one should do it or why not, one Orwell text came into my mind: “Why I write”. Because I am too lazy to think myself, I will build my argument on “Why I Blog” on this Orwell essay.

Being absolutely honest, this is the main point, and also true for me:

(i) Sheer egoism. Desire to seem clever, to be talked about, to be remembered after death, to get your own back on the grown-ups who snubbed you in childhood, etc., etc. It is humbug to pretend this is not a motive, and a strong one.

I don’t receive that much comments on my blog, but I am always very happy to get some. Some people write mails or comment on Facebook. Especially from people I don’t know at all, or people I did not see for a long time. This always satisfies my egoism, speaking with Orwell. Today, maybe “sheer egoism” sounds too strong and one would call it rather “Self-Marketing”, “Network-Reputation” or “Online Reputation.” Anyway Orwell is still right with the point of “sheer egoism.” Blogging is not socialism.

Some political entries I wrote also quite agree with this argument of Orwell:

I write it because there is some lie that I want to expose, some fact to which I want to draw attention, and my initial concern is to get a hearing.

Blogs have power because of immediate, subjective response to events. If you ever face an event, and your Blog is visited by just 20-30 people weekly, there is the potential to “get a hearing.” I think this is a basic need for humans, speaking in biological terms, that other people listen to them, and this goes beyond sheer egoism. Blogs, in contrast to oral communication are more like a monologue, this makes it harder to get a hearing, but it still is possible to deliver a political/personal message. And, who knows, maybe someday you are the first one to comment on a historical event?

So, is blogging for people that are egoists and people that like to talk to themselves? Orwell ends his essay with the idea that the mystery of writing cannot be totally solved. Let’s end this Blog-Entry with a very long quote, because I am again too lazy to think:

For all one knows that demon is simply the same instinct that makes a baby squall for attention. And yet it is also true that one can write nothing readable unless one constantly struggles to efface one’s own personality. Good prose is like a windowpane. I cannot say with certainty which of my motives are the strongest, but I know which of them deserve to be followed. And looking back through my work, I see that it is invariably where I lacked a political purpose that I wrote lifeless books and was betrayed into purple passages, sentences without meaning, decorative adjectives and humbug generally.

Again, Orwell speaks from my heart: I want to find an idea of truth, although I know that there is none. A truth about me, about others, about what’s out there. And as Orwell, I regularly look back on my Blog-Entries, what I wrote on Social-Network profiles, just to see what I was thinking, and how I changed my mind or my interests. Or not.

1 comment September 15, 2009

Pimmel oder Partei?

Der Wahlkampfauftakt der SPD am Montag in Hannover hat mir einige Besucher über Google-Suche beschert: “Scharfschützen SPD Hannover, Scharfschützen Opernplatz, Scharfschützen Opernhaus Hannover” und weitere Variationen. Das sagt meine WordPress-Statistik.

Was Sicherheit anbelangt muss man ja kein Puritaner sein, denn es war ja u.a. Außenminister, Finanzminister, Ex-Kanzler, die Gesundheitministerin, SPD-Chef u.a. da. Ja, da will ich garnicht schelten, und diese Sicherheitsmaßnahmen hat sich die SPD ja nicht alleine ausgesucht.

Was mich aber stört, war dieser Orchestergrabenähnliche-Bereich vor der Bühne, gefüllt mit Zott-Steinmeier-Logo-Winker, SPD hipphepphurra! usw., zu dem Spontanbesucher keinen Zugang hatten. Da fühlt sich das SPD-Mitglied ausgegrent und denkt über Gleichheitsgrundsätze nach, und erzwungener Wahlkampfinszenierung.

Öffentlicher Platz muss öffentlicher Platz sein und bleiben. Für sozialdemokratische Parteien sollte das mal 1000 potenziert gelten. Große Plätze kann die Stadt ja vermieten und der Mieter übt dann das Hausrecht aus. Wenn das Brüno am Brandenburger Tor mit Pimmelkostüm macht, dafür Berlin Geld gibt, ist mir das alles politisch völlig egal (Wie geschehen, um Werbung für den Cohen Film zu machen).

Aber welche politische Botschaft sendet eine sozialdemokratische Partei aus, wenn eine selbstgerechte SPD-Organisatorin einfach ein Satiremagazin vom Platz schmeißt? …wie vorgestern in Kiel geschehen:

(Danke für Video, RT@Nerotunes)

Die Jusos können gut damit umgehen, scherzen herum. Der Hausrechtsausübende-Kleingeist der dann kommt denkt wohl, aha Bruderkuss, Steinmeier mit Lafontaine, pfui-bah, Linkewohlnwanich. Also runter von dem Platz, Polizei zur Hilfe!

Diese Sache, plus meinen Erlebnissen am Montag, wo Jusos versucht haben, einen “Internetaktivisten” (nenne ich mal so, ausdrücklich war er kein Piraten-Partei-Mitglieder!) von der Stelle zu vertreiben, zwingen mich zu der Frage, inwiefern ich mich als Mitglied mit der SPD identifizieren kann.

Wenn schon auf kleiner Ebene so geheuchelt wird, wie kann es dann auf großer Ebene klappen?

Die provokante Überschrift heißt übrigens nur so, damit dieser Blog neben der Google-Suche “Scharfschütze SPD” auch unter “Pimmel Partei” gefunden wird. Da fällt mir der präpubertäre Kinderwitz ein “Bist du Mit-Glied?” Nicht nur das, ich bin SPD-Mitglied.

Danke für die Logo-Sammlung an http://butschinsky.wordpress.com

Add comment September 3, 2009

Randbeobachtungen: SPD-Wahlkampfauftakt in Hannover

Manchmal muss man sich die Politik ganz klassisch geben. In Athen war das vor 2000-und-ein-paar-zwerquetschten-Jahren auf der Agora, dem attischen Marktplatz. Heute war das hier in Hannover, auf dem Opernplatz.

Politik fernab der Fernseher und der Elefantenrunden. Unmoderiert und frontal. Mit dieser Neugier ging ich also an die Oper, um Müntefering und Steinmeier reden zu hören. 5.000 bis 8.000 andere Leute dachten so ähnlich. Web 0.0 ist im Trend!

Wo sich sonst Emos, Punks und manchmal Openbesucher tummeln, war also eine große Bühne aufgebaut. Auf dem Opernbalkon waren drei Scharfschützen und Polizisten mit Fernrohren. Neben Münte, war auch noch der zweite von den Stones anwesend: Stein-brück. Außerdem Gerhard Schröder mit Frau. Und ein paar vom “Kompetenzteam” — ich meine Manuela…die immer als jung und unverbraucht bezeichnet wird. Tatsächlich, diese Kernkompetenz hat sie!

Wichtige Menschen, die ich auf einem der drei Projektionswände reden hören darf. Und grund genug, dass maskierte Scharfschützen ihre Gewehre auf die Menge richteten.

Der Politikerkopf wurde auf der Enternung also recht klein, da der Orchestergraben ein näheres Herantreten an die Bühne verbat. Im Orchestergraben saßen also Schröder und andere Special Guests, und natürlich auch die sicherlich überzeugten Schilderwinker der Jusos.

Ich war naiv anzunehmen, dass dort eine Bühne steht, und das schnöde Volk sich dort sammelt. Nein: Presseeingänge und Ehrengäste. Abstand zum Volk blieb also gewahrt. Zusätzlich standen an der Seite des Orchestergrabens also Übertragungswagen, die den Blick auf die Bühne beschränkten. Irgendwo fand ich meinen Platz dann in der Nähe eines solchen Eingangs, wo gerade ein Juso mit Flagge hinter einem Internetaktivisten stand.

Wie also zu 75% meiner Zeit begnügte ich mich mit dem Blick auf einen Bildschirm. Spannender war, was so drumherum geschah: Zwei Jusos im besten gebügelten Hemd versuchten den anscheinenden Piratenpartei-Anhänger zu verdrängen, da er wohl die Sicht auf eine Projektionswand versperrte. “Scheiss Spinner von der Piratenpartei!” fiel dann als sozialdemokratischer Kommentar.

Im Orchestergraben allerdings störte die SPD-Jubelschilder-Winkerei (u.a.”Mindestlohn für Ackermann!”) im gleichen Maße meinen unmöglichen Blick auf den Redner, wie der Web 2.0-Aktivist mit seinem Web 0.0-Schild.

Und die Inhalte? Interessant fand ich, wie Müntefering meinte, der boulevardeske Angriff auf die Privatuni-Studentin die heuchelnderweise gegen Studiengebühren sei, “bringe die ganze FDP-Denke auf den Tisch.” Leider finde ich den Artikel auf bildonline nicht mehr, den Münte als Quelle nannte. Doch finde ich  generell, dass man auch in der SPD “Champagnersozialist” sein darf. Oder sich aus einer Luxusposition für eine Politik einzusetzen, die nicht nur auf den eigenen Vorteil ausgerichtet ist.

Steinmeier sprach hinterher noch in einem Satz von einer “Generation Ellenbogen und Generation Bonus.” Gibt es da schon Bücher zu, nach “Generation Golf” und “Generation Doof”? Haben wir es da nicht mit einer Klasse zu tun, die sich zuviel bedient.

Bekannte Positionen also, die die SPD zuverlässig vertrat. Gerechtigkeitsthemen, die breiten Zuspruch finden (die Zustimmung für einen Mindestlohn lag bei ca. 70%). Allerdings sind dort zwei Stolpersteine, die nicht in Richtung SPD deuten: Warum ist Graf Guttenberg so beliebt? Warum SPD und nicht gleich die Linke wählen — die diese Positionen nach Hartz-IV glaubwürdiger vertreten?

Die FAZ titelt heute, “Rot-Rot und  Schwarz-Gelb gleichauf.” Links hat also wieder aufgeholt, wenn man die Landes- und Bundesebene unzulässigerweise verquickt. Dennoch betont Münte, auf Bundesebene seien “die Schotten dicht. Keine Zusammenarbeit mit der Linkspartei.” Er merkt dann aber auch: “Da hat jetzt nur die Hälfte der Leute geklatscht. Dennoch…”

Die Bühne hatte das große Schild mit:”Unser Land kann mehr.” Und das ist vielleicht eine gute SPD-Botschaft, die Merkels passiver Haltung entgegentritt. Ich interpretiere das so, dass die SPD versucht, Wähler bei ihrer bequemen “Naja, die Merkel ist diplomatisch und hatte keine großen Fehler”-Haltung abzuholen.

Zum Schluss gab Steinmeier noch Autogramme beim meterhohen SPD-Würfel, der auch durch die Lande tourt. Die Würfel sind also noch nicht gefallen. OK, das war ein billiger Spruch.

Add comment August 31, 2009

CouchsurfingStories#2: A tourist in the own city

On Monday, there were lots of guests in Hannover for the Coldplay concert. After a while of not-hosting (nobody asked me, indeed), I was happy to be the couchsurfing-host for two guests from Russia, St. Petersburg. My idea here is not to tell boring travelling stories like “have-you-been-here-and-there and I-have been-here-and-there and so on and so on and I have been to more countries to you and it is all soooo great and exotic.” No, this is boring, as I already wrote in my first couchsurfing story.

I think it is more interesting to tell you how couchsurfing changes the way you think.

So, on Monday, my guests from Russia, me and others were sitting in the Hannover-Künstlerhaus with some fruit juice. Two hours before Coldplay started to play, I and another person from the couchsurfing-Hannover-Community said goodbye to the guests, as we were not joining (Tickets 60-80 Euros!).

We helped to carry the sleeping bags of them, and as I was walking with a sleeping bag, an ice in the hand, lost in thoughts, it suddenly came to my mind: I feel like a tourist in my own city!

And this is cool, being a tourist in your own city.

It always happens to me, that I feel more conscious about the seemingly well-known-environment. People notice the facades of the houses, that are sometimes extremely beautiful in the area where I live. I first noticed them after a year living there.

Often, I become aware, that I should appreciate more the area I live: Guests notice how great it is to have a lake to swim and a big forest. Tourist go into a museum, inhabitants of a city only rarely. A year ago I went with a Canadian guest into the modern art Sprengel-Museum, and she told me about her modern art idea:

“I and a friend once wanted to make an art installation consisting of a transparent plastic-block were we vomited into.”

Disgusting idea, but could be modern art. If you have such stories, connected to all the modern art,  it really helps you to understand, how people might draft modern art ideas.

Couchsurfing also helps you to understand what Germany is, if you walk through these allotments (Kleingartenkolonien, Hannover has many!), where you think Snow White will soon show up between all the kitschy Gartenzwerge.

As I visited Oldenburg again, where I was born, I showed a Brazilian the Schlossgarten. Autumn, leaves were falling, ducks were swimming in a little lake. She spontaneously said: “It’s so Disney!” It seems that Disney had a huge impact on the global Europe-image, and there was also an exhibition in Munich about this («Walt Disneys wunderbare Welt und ihre Wurzeln in der europäischen Kunst»). The danger, off course, is that you affirm klischees. But, I think, the danger is the very much higher, if you travel with friends using a hostel and then visit all the mainstream attractions such as Maschsee or Rathaus.

If you want to change yout perspective in a more luxourious way, you can do what Svennov wrote on his Limmerstraßenblog:

Nach dem Einchecken bin ich zum Gast in meiner eigenen Stadt geworden, denn normalerweise wäre mir das Viertel um den Maschsee viel zu langweilig und das Maschseefest zu sehr verseucht mit unkultivierten und gleichzeitig langweiligen Menschen. Aber an diesem Tag war es genau das richtige, ein Kurzurlaub in einem anderen Stadtteil; ich beobachtete die Menschen wie ein Aussenstehender, sog alles in mich auf und fühlte mich ein bisschen wie auf einer Safari, die ohne Kamera auskommt.”

Join Couchsurfing.com if you also want to be a tourist in your own city. Or go into a hotel as Svennov did, but this is probably the more expensive option.

1 comment August 29, 2009

Houellebecq, Hannover und Hakenkreuzbuch

“Ich hob ein kleines Loch im Sand aus, um die beiden Bücher darin zu vergraben; das Problem war jetzt nur, daß ich etwas zu lesen finden mußte. Leben ohne zu lesen ist gefährlich, weil man sich mit dem Leben begnügen muß, das kann dann dazu führen,  daß man Risiken eingeht”

(Michel in Platttform)

Mit schwerem, dem Vorabend geschuldeten, Kopf war ich eines Morgens/Mittags-wasauchimmer versucht, den geliehenen Houellebecq “Die Möglichkeit einer Insel” gewaltsam aus dem Bett in die Ecke zu schleudern, ebenso wie es Michel in Plattform mit einem Reiseführer tut, der ihm Prostitution in Thailand als unmoralisch vorführt. “Die Möglichkeit einer Insel” war mein dritter Roman, und nach 300 von 500 Seiten dieses Houellebecqs erkannte ich: Totaler Mist, nie mehr Houellebecq, zu pornografisch, immer das gleiche! Mein letzter Houellebecq 4ever!

Vor einer Woche geschah es dann hier in Hannover auf dem “migrationshintergrundsgeprägten” Engelsbosteler Damm, dass mir ein großes Hakenkreuz auf einem fleddrigen Buch ins Auge sticht. Das Buch war von 1923, altdeutsche Schrift.

Das Antiquariat (Name: Irgendwas mit “Internationale”?) war mir schon vorher aufgrund der kommunistischen Symbolik über ihrer Eingangstür aufgefallen. Und weil sie einen Kunstfolianten des Künstlerpaars Gilbert&George im Schaufenster hatten. Diese Künstler verwenden ihre Exkremente&andere Körpersäfte in ihren Bildern; in der Tate Modern vor zwei Jahren war mit der Eintritt dann doch selbst diese künstlerische Sensation den Eintritt nicht wert…

OK, back to Hannover: Hakenkreuzbuch, Kommunismussymbolik, Exkrementkunst-Foliant — also drei interessante Widersprüche, und guter Grund, das Antiquariat mal zu betreten. Es war wie in Walter Moers “Die Stadt der träumenden Bücher”: Die Bücherhaufen nahmen eine organische Struktur an, die Regale waren zwar kategorisiert, aber davor bildeteten sich Büchertürme, und man musste aufpassen, mit seiner minimal-Tasche die maximal Bücherhaufen die sich hier und da breit machten nicht umzustoßen. Hätte nur noch das Bücherphantom aus Moer’s Buch gefehlt, aber da war nur der Antiquariarist (heißt das so?) am Notebook und aus der Ecke mit den Kunstfolianten drangen französische Stimmen.

Und da sprang mir doch gleich ein Houellebecq ins Auge: Plattform. Sonderausgabe, Neu, 5 Euro, hübsches Hardcover “Einmalige Erfolgsaugabe anlässlich zu Die Möglichkeit einer Insel“. Ich warf meine Vorsätze über Bord, kaufte das Ding, denn ich warf mich schon beim Lesen der Plattheit des Klappentextes wieder weg:  “Michel und Valérie wollen die verlorene  Liebensfähigkeit des Westens in neuartigen Ferienclubs organisieren…”

Jetzt lese ich wieder Houellebecq und habe ihn nach einer Empfehlpause wieder zweimal empfohlen (Standardreaktion: Kannste mir sagen wie man dieses Houellebecq schreibt???).

Die Bücher, die im Eingangszitat verbudelt werden sind übrigens “Die Firma” und ein anderer amerikanischer Thriller. Bücher, die gemeinhin als nichtliterarisch und action/fiction bezeichnet werden. Billiger suspense, für die Leinwand geschrieben, Tom Cruise auf dem Leib geschrieben – sagt Michel treffend in Plattform. Aber Houellebecq, das ist pure Literatur, die schockiert und ein gesamtpornografisches Kunstwerk ist. Literatur, die trotz der pornografischen Elemente noch Form und Aussage hat — im Gegensatz zu Feuchtgebiete.

Ich gebe die Empfehlung also auch gerne auf diesem Blog weiter — ohne Scham, denn ich schäme mich eher für meine Dan Brown-Lektüre, denn für die mutige  Houellebecq-Lektüre. Masochismus schlägt Primitivität!

Bitte: Elementarteilchen lesen, nicht kucken (…trotz Moritz Bleibtreu). Feuchtgebiete im Sand verbuddeln, Plattform stattdessen ausgraben. Das Antiquariat in der Nähe der Christuskirche hat übrigens noch ein paar Houellebecqs, also hin da! Und grüßt mir Mechthild von Mythenmetz oder das Bücherphantom, wenn ihr sie da trifft…

Links:

Michel Houellebecq’s ungepflegter, veralteter Blog

Und der wenig versprechende “Die Möglichkeit einer Insel”-Trailer

1 comment August 22, 2009

Coffeeshophilosophy!

The Blog-entry: “How Starbucks might kill freelancing – or the other way around” inspired me to set coffeeshops in a larger frame and constitute a coffeeshopcentric-worldimage, just as some other guys did in a different way (whose names I forgot).

Anyway: Let’ start with that well-known Globalization-everywhere thesis: Just as people are travelling more, national and cultural borders erode, goods are shipped from any place to your house, so is a working place not a local place anymore. And it doesn’t need to be: communication is possible via phone, blackberry, skype, mail, (corporate-) wikis, video-conferences. Information isn’t even anymore local on your notebook’s harddrive: Data is stored and edited on servers around the world — cloud computing, driven by Google-Documents, for example.

Skimming several centuries: Agriculture, Industry, Service, and now the Information age. And information is not bound to any place, they are in, with and between people, not in shabby offices.

And now you have the decision to work where?

Yes, in a coffeeshop.

Coffeeshops are cosy, nicely decorated, and if not so, they draw at least interesting people. The TAZ-Café in Berlin with the proximity of the editorial office is a good example for that: Cool, self-considered-”somehow”-left-wing people are just sitting around. With or without notebook. People, definitely with notebook, are what you meet in St. Oberholz, also in Berlin (picture says everything). The most important thing is, that there is a current influx of people. And W-Lan.

Starbucks is out! It is extremely expensive. But they probably were the first with reliable W-Lan-connection, years ago. I think that Starbucks today draws rather established businessmen- and women. And tourists.

But working in a café is nothing new, although the hippy trendy terms “coffeeshop” and “freelancing” suggest so. Also, this is not a new phenomenon of the information age.

Philosopher Jürgen Habermas wrote in” The Structural Transformation of the Public Sphere” that coffee-houses are a sign of a new openess, bringing forth enlightnment. This characterizes the 18th century — No W-LAN and Starbucks around, can you imagine that?

Around the same time (18th cent.) the Tatler-Magazine (still existing today in a modern form) even had categories such as White’s chocolate-house (for gallantry, pleasure, entertainment) and Will’s coffee-house (poetry). Of course, the 18th century allowed only elitist groups to be in the coffee-houses that often.

Coffehouses, not yet coffeeshops were basically places for an exchange of ideas. A social place, that constantly remind us of the world outside, and isn’t this important for a constant flow of ideas? On the other hand, you are observed and need to look at least a bit busy. Seeing and to be seen! I guess this was extremely important for intellectuals and writers: Influence — giving and taking — and self-positioning among elitist circles. Networking and Self-marketing, as we call it today.

Let’s jump to newer times: Harry Potter was written in The Elephant House I once visited in Edinburgh. As I remember from a JK Rowling documentation, she just flet from her massive problems at home. This is the escapist-notion of coffee-houses: fleeing from problems, being among coffee-drinking, chatting people with the illusion that live goes on in a coffee-drinking-way.

So, would we have great literature such as Harry Potter or older books, whithout Coffee-houses? Or the other way around, are there coffee-houses because of creatives like JK Rowling? The HerrHorn.com Blog asks, what was first, the person or the institution:

“I’m wondering how it actually happened that freelancing is now so closely associated with coffee shops? Was it coffee shops first and suddenly everyone thought, “Oh, brilliant… let me freelance, now that I can hang out at this coffee shop all day and night”. Or was it freelancers first until one morning over a cup of coffee some business school graduate thought “Oh, brilliant… all those freelancers want to hang out at a coffee shop all day and night”. Hen and egg thingy, I guess.”

My answer: If we translate freelancers with free-thinkers and coffeeshops with coffee-houses there is a clear answer: Free-thinking within the enlightnment period allowed for coffee-houses. People just wanted to have an exchange with other people and not to read alone in their bedroom. Thoughts kindle things, not reverse. Coffee-houses then promoted free-thinking further and further. A transformation of the public sphere, speaking in the terms of Habermas ,was taking place.

In the W-LAN-coffeeshop-era there is no barrier anymore to communicate worldwide. Interestingly people seem to feel isolated in their rooms, even though facebook, skype and twitter allow for a communication overdose. No, people still want to got to coffeehouses or special Webmeetings (I blogged about Webmonday Hannover or SocialBar for example.) Being physically at a communicative place and being simultaneously virtual around the world; this needs training, otherwise it is extremely exhausting, as I myself figured out when doing everything but fulfilling nothing.

“Wir nennen es Arbeit” (We are calling it work) describes how the digital Bohème challenges a new formulation of what work actually is. The French term “Bohème” also stresses the fact, that this “class” of people was and is still a minority that live excentrically and financially insecure.

Working with the absolute need of W-LAN in coffeeshops is just the consequence of the extremely flexible We-are-calling-it-work in connection with the instant possibility of real-life as well as virtual communication. This new Bohème also hopes to find new projects to work on and to connect worldwide. Or to rephrase an old slogan “Bohèmians unite!”

To come to a point: Freelancing and coffeshops with W-LAN are a great supplementation. Coffeeshops will search for the audience of the creative class, this is just a free-market mechanism. Otherwise competitors will attract the creative class.

Dear HerrHorn.com, there is no reason to think that freelancing will die without coffee-shops with W-LAN (As this WallStreetJournal story suggests). And yes, I think the consequences of a — however improbable — dying of coffeehouses with W-LAN would be extremely severe in a creative and cultural sense.

1 comment August 14, 2009

CouchsurfingStories#1

I have several drafts of couchsurfing stories saved in wordpress. It’s this travelling, non-commercial website I also mention in my About section.

But I could never decide on writing further. The story about the British movie freak where I watched Lola runs in Manchester for the first time. Or the story about the former employee of the old German Parliament in Bonn in the 80s, that I met (or: “couchsurfed”) in Berlin. He: living lonely, sorrounded by all his cats and his massive flat-screen. Second occupation: Former tax-advisor for tax havens.  I just arrived, we drank wine, I had my own room, he told me about his cats and his live in London, his witnessing of 9/11 in NY. The greatness of conversation corresponded to the luxurious room, bath towel on bed — just like in a hotel. I just couldn’t decide.

Which story is worth writing down? Or is this senseless, because all these stories are worth nothing without the mental images you personally collected at your journey? Maybe you know the situation, when people tell you about a travelling story, but you are just not interested, because they don’t  mean anything to you.

So I won’t write down any of my stories, but a different one;

In a park here in Hannover, I met a British guy who is into literature and travelling around with almost nothing. No plans where to go next. “I don’t plan” he said.

Some months ago, he just came from a faraway country into London. What a coincidence: G-20 Summit. Big thing. Financial crisis. Estimated 20.000 protesters that pilgrimaged to a rather small square just around the Bank of England.

He could decide on which group to join: Autonomous ones, anarchists, ecological groups, tourists, handy-cam ones, undecided ones, people with a Bank-of-England coffin, having the picure of the BoE-executive printed on it. Or just follow a man on a bike made up like a pirate ship, himself wearing a pirate costume?

He didn’t decide to join a group, he just walked alone with his script among the crowd to detect literary essence. He wasn’t present, but just documenting what was going on. But was anyone present actually? Everybody filming everybody: The police filming the protesters, the protesters filming the police with handy cams. Journalists filming the filming people. Helicopters filming the people filming the people. And he noting it down. So who was present?

This is the Youtube-Age. Anyway, there were agressive protests, just as expected; People throwing stones into the Bank, even trying to burn it, but being stopped by other protesters because bankers where upstairs. Computers being smashed, drum n’ bass music played in the background from sound systems in shopping-carts. A japanese girl with platform shoes dancing to rave music, sorrounded by helicopters.

I could listen even longer…but the protests had its end, so his story does. Later the evening, I saw him vanishing, just around the corner at Hannover’s federal bank, walking home with his host carrying his bike. He is on the road again, never seen again, but stories that stay.

A story like a journey. No youtube, no picures. Just words. And an internet plattform like couchsurfing.com that gives you the opportunity for such acquaintances. Sometimes that’s all you need.

1 comment August 11, 2009

featuring: SocialBar Hannover

Gerade von der ersten SocialBar aus Hannover zurück: Immer noch begeistert von dem städteweiten Konzept. Klar, es könnten mehr Mitmacher da sein, aber 12 Web-Begeisterte/Unternehmenslustige Geister ist für den Anfang sicherlich nicht schlecht.

Und wir sind hier ja in Hannover, und nicht in Berlin (50-100 Besucher). Aber vielleicht macht ja gerade das den Reiz aus.

Ich hielt als kleinen Aufwärmer eine Präsentation über den HUB Berlin, mit dem Tool Prezi, das mich immer noch schwer begeistert, seitdem ich es im März 2009 in Berlin gesehen habe. Kann mir garnicht mehr vorstellen, mit einem anderen Tool Präsentationen zu machen. Schaut’s euch an:

http://prezi.com/138561/
prezi-lookIn diesem Blog wurde schon viel zu dem HUB-Co-Working Konzept gesagt, aber bei der anschließenden Diskussion und schon in der Vorbereitung ist mir noch folgendes deutlich geworden:

Die weltweite HUB Plattform wird erst dann vollkommen, wenn ein soziales Netzwerk für Synergien (sowas wie deepametha — es war mal in der Diskussion) verfügbar ist. Und wenn ich als interessierter Co-Worker auch einen Tarif buchen kann, mit dem ich mich einfach in andere HUBs setzen kann. Diese Woche London, dann Berlin. Ob das zur Zeit arbeitsmarkpolitisch sinnvoll ist, ist eine andere Diskussion. Aber es gibt sicherlich bald Projekte und Initiativen, die in etlichen Städten sitzen, und dann viel reisendes Personal haben. Der größte Vorteil bleibt: Im HUB gibt es nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch die kreative Umgebung. Aber: Weltweit, unter Kollegen — Digitale Bourgoisie global, der HUB als Home, noch ist das Zukunftsluft.

Zurück nach Hannover: Zwei Inititiativen sind mir im Kopf geblieben. Die erste war “Deine Stimme gegen Armut” . Unter Twitter ist sie unter kimgordonc zu erreichen. Sie arbeitet bei der Trägerorganisation Deutsche Stiftung Weltbevölkerung.

Zweitens hat A.H. aus Flensburg ihr Küstenpop Festival vorgestellt. Ein junges Festival, das in diesem Jahr das erste Mal stattfand. In der anschließenden Diskussion bei matschiger Lasagne tauschten einige SocialBar-ler dann Hinweise aus, wie man die Projektplanung und das Marketing (Website etc.) bei einem Festival besser bewältigen könne (z.B. mit WordPress/Google-Documents). Also genau das, wofür eine SocialBar da ist; Netzwerken, nett reden.

Beim nächsten Mal bitte ich um Präsentationen mit vielen bunten Bildern…oder gleich Prezi :) .

Wie geht es weiter mit der SocialBar in Hannover? Ich habe mir sagen lassen, dass es die pl0gBar in Hannover gibt, und den WebMontag. Erstere ist alle zwei Wochen, also vielzu oft, um neues Publikum anzuziehen. Der WebMontag findet wohl alle paar Monate statt, dieses Jahr nur zwei Mal. Im Mai waren viele Leute da, ich fand ihn aber bei meinem ersten Mal irgendwie ungemütlich: Zu groß, schlechte Location (muffiges Vereinsheim), irgendwie unpersönlich.

Für die nächste SocialBar würde ich vorschlagen, dass sich mindestens zwei Präsentatoren finden sollten. Und der Veranstaltungsrythmus sollte bei 2 Monaten liegen.

Auf die nächste SocialBar! Danke an alle Zuhörer! Danke an Jörn für die Organisation!

Anbei noch ein Foto von der SocialBar in Berlin im grandiosen TAZ-Café (Als Vorbild sozusagen)

9 comments August 7, 2009

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