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Banksys Exit Through the Giftshop Verarsche

Selten hatte ich den Eindruck beim Filmkucken so verarscht zu werden, wie bei Banksys Exit Through the Gift Shop “Dokudings” (auf jeden Fall ist es kein Dokumentarfilm, wie man zuerst annehmen mag). Und das ist positiv gemeint.

Ich will hier nicht mehr über den Inhalt erzählen, denn das wäre ein Spoiler. Die Wikipedia verrät hier schon viezuviele Infos, die mir das verarscht-werden-Gefühl versauert hätten — hätte ich ihn denn fatalerweise vorher gelesen (Spoiler-Alert! Wikipedia, s. Mr. Brainwash, der Hauptcharacter des Films, wobei der Exit Through The Gift Shop Wiki-Eintrag nicht zu viel rumspoilt, aber nah dran ist). In der Wikipedia also am besten nach dem Filmkonsum nachschlagen, oder garnicht.

Der Film ist jetzt auch in deutschen Kinos und, muss ich das noch sagen? — erlebenswert. Alle Filmfanatiker die diese Twists à la Fight Club, Secret Window, Lost Highway etc. mögen, für die hat es  zu heißen Exit Through the Gift Shop. Es ist ein feuchter Traum für alle Menschen, die Kunst und die kritische Reflektion über diesen enorm selbstbezogenen Betrieb mögen.

Aber nun Schluss mit billiger Werbung. Banksys Masche ist es, alles auf die Schippe zu nehmen und endlos zu reflektieren, dabei aber am Ende natürlich zur Kasse zu bitten, wie der Filmtitel besagt. Er ist subversiv in der Subversion. Insofern ist Banksy nicht jemand der wirklich gegen den Kapitalismus rebelliert, wie man aus der oberflächlichen Betrachtung vieler seiner Aktionen schlussfolgern mag, z.B. in diesem Film oder in seinem Simpsons Intro.  Nein, er bewegt sich gerade sehr geschickt in unserer marktwirtschaftlichen Logik, und auch bei ihm heißt es am Ende erhlicherweise Exit Through the Gift Shop! — Portmonaies raus, glaubt ihr wirklich ich sprüh’ meine Kunst umsonst an die Wände???

Wie in einem Museum wird also am Ende im Giftshop abkassiert, (Ich bin kurz davor, ein Banksy Buch zu bestellen!) man möchte dabei aber natürlich erstmal subversiv oder “kulturell hochwertig” entertaint werden, um dann guten Gewissens die Bildungsgüter zu kaufen. Diese Einsicht ist nicht schön, aber ehrlich.

Auf jeden Fall regt dieser Film an, auch den jüngsten Banksy-Simpsons Streich nicht einfach in seiner schlichten Anti-Merchandising Message zu sehen. Ich betrachte die  Simpsons-Banksy Aktion als kluge Werbung — bloss ist es glaubhafter und trendiger, als all diese T-Shirts, Werbespots und der Plastikkrams zusammengenommen. Ein Grund für seine hohe Glaubwürdigkeit ist, dass Banksy im wortwörtlichen Sinne gesichtslos ist, so dass er und sein Werk als (scheinbar) pure Kunst wahrgenommen werden — ganz ohne die Künstlerperson mit all ihren Starallüren. Man denke nur an Damien Hirst oder Andy Warhol dagegen. Banksy braucht sich dann auch nicht mehr an die Fakten zu halten, da seine standardmäßige Anti-Message erwartungsgemäß erfüllt werden muss. Wenn man sich z.B. die wahren Produktionsbedingungen der Simpsons Zeichner ankuckt, dann erkennt man dass Banksy entgegen der Fakten einfach dass aussdrückt, was wir kulturkritische Menschen uns als Kernaussage wünschen, und zwar dass Merchandising Ausbeutung ist.

Banksys Film ist also letztlich nur eine Form von kritischer Konsumbefriedigung. Halt nur verdammt clever gemacht, da es sich nicht als solche billig präsentiert. Und genau an diesem Punkt sind wir bei Mr. Brainwash, der genau das banksyhafte verkörpert…aber schaut’s euch an.

October 19, 2010 at 9:31 pm Leave a comment

“Police, Adjective” — Romanian boredom cinema at its best!

Yesterday I went to this stylish Cornerhouse Cinema in Manchester to watch a Romanian film called Police, Adjective. Yes, a strange title — and an even more unusual film. The trailer was not very promising, the description also seemed boring (A police guy following some school children smoking marihuana? So what??). I went to the cinema, of course. As a preparation, I slept before — and this is what I also would advise you.

With a clear head, even refusing a pint before, I finally dared to see the film in the 50 seat Cornerhouse cinema, with 15-20 other people on the saturday night screening.

I remember somebody famous saying Éric Rohmer’s movies are like “watching paint dry.” Actually, I enjoyed Rohmer’s Ma Nuit chez Maude. Not for the logic and all the philosophic references, but simply for its atmosphere and directing.

Compared to Rohmer’s movies, Police, Adjective is like watching paint dry. Not only that: it is like watching grey paint dry, that is already almost dry. Grey and greyer shades. bleak, bleaker, the bleakest.

After we follow the young police guy Cristi for like one hour on his mission waiting and walking through a decayed Romanian city, eventually some subtle colour tones are added; Music is played (deliberately kitschy Romanian folk music), some dialogue appears (the whole script probably fills three A4 Sheets). I know Romania, and must admit the film is a fairly authentic account of some of the depressive buildings in Romania’s suburban areas. Fortunately, I also know Romania from its beautiful side. But if you see this movie, be warned: you will only see the ugly side. In this regard, the aesthetic side perfectly mirrors the movie’s sparse dialogue. A coherent piece of art, speaking from the aficionados point of view.

But there’s a turn in the end. People are finally talking to each other!  And how? With the help of a dictionary; Forced by his boss, Cristi needs to look up words like conscience, moral, and law, to justify himself for refusing to brutally enforce the law on some Marihuana smoking school children.  Earlier in the movie, we’ ve already seen Cristi having an interesting conversation with his girlfriend about Romanian grammar rules.  (Are you awake still?)

As the movie is so slow,  has little dialogue, no sound effects and only one music track, EVERY word counts. One could also make the cynical argument, that the movie was shot on a smalll budget, thus the director needed to fill the time with long shots on futile waiting and walking scenes. I guess, the movie is a compromise through and through: in its production, as well as in its moral conclusion (Of course, I don’t give the ending away here). Give it a try, if you’re up for experiments.

But I definitely cannot recommend this film if you disliked Lost in Translation or Space Odyssey. Also, go alone and go for insight, not for entertainment.

P.S. You cannot read this, I hope: The film is also on youtube in 15 parts.

Other Reviews on wordpress…

October 10, 2010 at 9:28 pm 2 comments

featuring: SocialBar Hannover

Gerade von der ersten SocialBar aus Hannover zurück: Immer noch begeistert von dem städteweiten Konzept. Klar, es könnten mehr Mitmacher da sein, aber 12 Web-Begeisterte/Unternehmenslustige Geister ist für den Anfang sicherlich nicht schlecht.

Und wir sind hier ja in Hannover, und nicht in Berlin (50-100 Besucher). Aber vielleicht macht ja gerade das den Reiz aus.

Ich hielt als kleinen Aufwärmer eine Präsentation über den HUB Berlin, mit dem Tool Prezi, das mich immer noch schwer begeistert, seitdem ich es im März 2009 in Berlin gesehen habe. Kann mir garnicht mehr vorstellen, mit einem anderen Tool Präsentationen zu machen. Schaut’s euch an:

http://prezi.com/138561/
prezi-lookIn diesem Blog wurde schon viel zu dem HUB-Co-Working Konzept gesagt, aber bei der anschließenden Diskussion und schon in der Vorbereitung ist mir noch folgendes deutlich geworden:

Die weltweite HUB Plattform wird erst dann vollkommen, wenn ein soziales Netzwerk für Synergien (sowas wie deepametha — es war mal in der Diskussion) verfügbar ist. Und wenn ich als interessierter Co-Worker auch einen Tarif buchen kann, mit dem ich mich einfach in andere HUBs setzen kann. Diese Woche London, dann Berlin. Ob das zur Zeit arbeitsmarkpolitisch sinnvoll ist, ist eine andere Diskussion. Aber es gibt sicherlich bald Projekte und Initiativen, die in etlichen Städten sitzen, und dann viel reisendes Personal haben. Der größte Vorteil bleibt: Im HUB gibt es nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch die kreative Umgebung. Aber: Weltweit, unter Kollegen — Digitale Bourgoisie global, der HUB als Home, noch ist das Zukunftsluft.

Zurück nach Hannover: Zwei Inititiativen sind mir im Kopf geblieben. Die erste war “Deine Stimme gegen Armut” . Unter Twitter ist sie unter kimgordonc zu erreichen. Sie arbeitet bei der Trägerorganisation Deutsche Stiftung Weltbevölkerung.

Zweitens hat A.H. aus Flensburg ihr Küstenpop Festival vorgestellt. Ein junges Festival, das in diesem Jahr das erste Mal stattfand. In der anschließenden Diskussion bei matschiger Lasagne tauschten einige SocialBar-ler dann Hinweise aus, wie man die Projektplanung und das Marketing (Website etc.) bei einem Festival besser bewältigen könne (z.B. mit WordPress/Google-Documents). Also genau das, wofür eine SocialBar da ist; Netzwerken, nett reden.

Beim nächsten Mal bitte ich um Präsentationen mit vielen bunten Bildern…oder gleich Prezi :).

Wie geht es weiter mit der SocialBar in Hannover? Ich habe mir sagen lassen, dass es die pl0gBar in Hannover gibt, und den WebMontag. Erstere ist alle zwei Wochen, also vielzu oft, um neues Publikum anzuziehen. Der WebMontag findet wohl alle paar Monate statt, dieses Jahr nur zwei Mal. Im Mai waren viele Leute da, ich fand ihn aber bei meinem ersten Mal irgendwie ungemütlich: Zu groß, schlechte Location (muffiges Vereinsheim), irgendwie unpersönlich.

Für die nächste SocialBar würde ich vorschlagen, dass sich mindestens zwei Präsentatoren finden sollten. Und der Veranstaltungsrythmus sollte bei 2 Monaten liegen.

Auf die nächste SocialBar! Danke an alle Zuhörer! Danke an Jörn für die Organisation!

Anbei noch ein Foto von der SocialBar in Berlin im grandiosen TAZ-Café (Als Vorbild sozusagen)

August 7, 2009 at 1:08 am 9 comments

featuring: Social Business

I already wrote about the HUB-Berlin on this Blog, but as I want this personal Blog to be about the ideas that drive me, I want to add another important topic: Social Business. And starting with a very basic question: What is this?

I read a good example of Social Business genius Muhammad Yunus (Nobel Peace Prize Winner) in his autobiographical accounts “Banker to the Poor.” To keep it short:

Imagine a bridge that is needed in a very poor, underdeveloped place.  A bridge, that is extremely necessary for the rural population to transport goods and earn a living. How can you run this? Old way: An investor builds it, runs it, makes profits through the toll, wants to make more and more profits. Or the investor brings the money to a different place.

This is the old way. The new way, it’ s Social Business: The ownership of the bridge is given in the hands of the actual population in the form of shares. Micro-credits can make it affordable to poorer people. Money made out of the bridge-tolls will be reinvested; either in similar projects or a higer share-value can be realized and it definitely goes to people that need it.

I wrote: The ownership is given. But who gives it into the hands of people that really need it? A company that is founded by a passionate  person (e.g. Yunus), but also makes sure, that ordinary people can own shares, that need the services of the company and also are willing to contribute to the company in more than a material sense. Investors should have an emotional association, more than the abstract worth of the share.

And here we are in Berlin, in the HUB Berlin. It is a cooperative, run by the self eG, shares are mainly owned by people who are either experienced in projects/initiatives that are not neccessarily Social Business, but new and creative. And these people also want to be sorrounded by people that think about making the world a better place in an entrepreneurial sense or in a private sense (LOHAS –  Lifestyle of Health and Sustainability). This is the difference of sitting with a Notebook in Starbucks and pretending to work.

As it is with the bridge, which seems to be a totally different example: People can invest money and their ideas (look at the HUB’s events on the Blog) and earn later on in a material as well as immaterial sense (There is nothing more worth than seeing positive change in your immediate environment!).

Of course, Social Business also sounds like a marketing idea, and lots of people want a softer definition of Social Business, because some think, it is social enough to employ people. Which is wrong because if people don’t see the sensibleness of their work and their impact, might become alienated (see Marx) or less motivated and productive (see Adam Smith). However, there is still this idea that Social Business is just a new formulation of the old CSR/Corporate Social Responsibility. I organized an event for the self eG in March and here is a report:

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Article: Social Business is hot in the HUB

With about 40 participants on the “Social Business” dialogue evening in the HUB, the self eG proved its power to bring together people from various fields. Norbert Kunz and Ralf Weiß introduced the topic “Social Business” with their expertise. With iq-consult, Kunz enables young people to found their own business.

The second speaker, Ralf Weiß from akzente advises large companies on Corporate-Social-Responsibility (CSR). Clear is: it is not clear what Social Business is, and whether there even needs to be a definition. Ralf Weiß presented the example of BASF chemicals working together with Noble-Peace-Prize Winner Muhammad Yunus in a joint venture. He referred to a broad variety of CSR concepts and pointed out that CSR and social business may contribute to a further development of social market economy. Norbert Kunz stated clearly, that a Social Business’ main aim is improving social aspects of society. It is not creating profit from clever and innovative products. “Bill Gates’ Microsoft is not a Social Business, because Software avoids much waste.”

However, Kunz stressed that he cannot coin the term Social Business, but that arbitrariness must be avoided in order to distinguish between charity and CSR: “It’s on Social Businesses to fulfil society’ s needs, whereas demands are fulfilled by the “regular” profit-driven market economy.”

Afterwards, the “Social Business Café” allowed for a dialogue and sharing of the experience of all participants. Hans Jürgen Döring, a new member of the self eG, shared the following on his table group: “The importance of a Social Business definition was stressed, but I think of a seal, maybe also a legal Social Business status for companies in the future”. Julia Homilius from stratum GmbH, a CSR-research and consultancy company, is sure that CSR and Social Business belongs together. In her table group, she brought the topic of a CSR-seal forward, to ensure sustainability. She does not see a clear separation of CSR and Social Business: “The aims are basically the same.”

There are two lines of argumentation: Some see a strict separation from Charity and CSR, others see Social Business as an inbetween solution of Charity and CSR. The self eG looks forward to another dialogue, to bring forward the Social Business idea in society, or as Döring says: “Social Business is not a short termtopic, no trend. There needs to be more dialogue among different groups of society.”

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If anyone wants to hear abot the HUB Berlin life, come to Social Bar Hannover on 6 August. I think the Social Bar is also a HUB in its literal sense, because it offers almost no restraints on what you want to present or hear about, and is therefore very good to connect to people with ideas of any kind.

Join here: http://socialbar.de/wiki/Hannover

July 20, 2009 at 12:11 am Leave a comment


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