Posts tagged ‘marketingscheiss’

Buchkritik: Ein Strohfeuer von Sascha Lobo

“Erworben aus Studienbeiträgen” steht prominent im roten Einband meiner Strohfeuer-Bibliotheksausgabe. Mir kommt also der doofe Spruch in den Sinn: “Strohfeuer –‘Erworben aus Studienbeiträgen’? Toll, also meine Studiengebühren für ein Strohfeuer!” Und dann gleich drei Ausgaben laut Uni-Bibliothekskatalog.

Nun aber zum Buch. Der Roman Strohfeuer liest sich schnell durch, ähnlich eines Strohfeuers, das sich durch’s Stroh frisst — ein telling title. Wobei die Kategorie “Roman” zu hoch gestochen ist. Vielleicht eher Blogger-Schmonzette.

Schmonzette soll hier nicht nur abwertend gemeint sein, denn laut Florian Illies darf Spaß ja auch mal sein — wobei Illies wohl davon ausgeht, dass höhere Literatur konträr zu Unterhaltung ist? Egal, Strohfeuer liest sich fix durch, hat wenig Dramaturgie, die Kapitel sind kurz, dafür gibt’s aber twitternswerte Sprüche. Mensch, was hab’ ich mein Umfeld mit dem Spruch “Bier ab Vier, Sekt ab Sechs, Alk ab Acht” genervt. Die Übertriebenheit der Ideen (Die Geilheit der Charactere auf die üblichen Statussymbole oder Flüche wie “Scheisse! Fuck! Hitler” und das Scratchen zu Hitlerreden, s. auch FAZ– oder Welt-Rezensionen) mag sicherlich ein paar müde Lacher hervorrufen, aber einen befriedigenden Roman ergibt die Summe von Vulgaritäten nicht. Da hätten hundert Seiten oder Kurzgeschichten gereicht.

Einfach gradlinig und anekdotisch irgendwelche Werbe-Hedonisten herumparlieren zu lassen, trägt nicht zur Auklärung dieser verlogenen New-Economy-Periode bei, sondern folgt ganz in seiner Logik: Auf halbgaren Gequatsche wird Roman draufgeschrieben, dann noch verlegt bei Rowohlt, und schon haben wir ein New-Economeskes Strohfeuer, das noch nicht mal leugnet, dass es auf intellektueller Ebene tatsächlich ein solches ist.

Dabei kann Lobo Bücher schreiben, bloss keine Romane. Viele Sachen die er macht, sind es Wert abgedruckt zu werden. Ist mit Wir nennen es Arbeit ja auch schon geschehen. Es braucht keinen schwachen Roman, der mit dem Symbolwerte seiner Frisur auf dem Cover wirbt, um die paar Twitter-Follower abzuzapfen, die den Gegenwert von 19 Songs aus dem iTunes-Store entbehren können.

November 16, 2010 at 10:50 pm Leave a comment

Banksys Exit Through the Giftshop Verarsche

Selten hatte ich den Eindruck beim Filmkucken so verarscht zu werden, wie bei Banksys Exit Through the Gift Shop “Dokudings” (auf jeden Fall ist es kein Dokumentarfilm, wie man zuerst annehmen mag). Und das ist positiv gemeint.

Ich will hier nicht mehr über den Inhalt erzählen, denn das wäre ein Spoiler. Die Wikipedia verrät hier schon viezuviele Infos, die mir das verarscht-werden-Gefühl versauert hätten — hätte ich ihn denn fatalerweise vorher gelesen (Spoiler-Alert! Wikipedia, s. Mr. Brainwash, der Hauptcharacter des Films, wobei der Exit Through The Gift Shop Wiki-Eintrag nicht zu viel rumspoilt, aber nah dran ist). In der Wikipedia also am besten nach dem Filmkonsum nachschlagen, oder garnicht.

Der Film ist jetzt auch in deutschen Kinos und, muss ich das noch sagen? — erlebenswert. Alle Filmfanatiker die diese Twists à la Fight Club, Secret Window, Lost Highway etc. mögen, für die hat es  zu heißen Exit Through the Gift Shop. Es ist ein feuchter Traum für alle Menschen, die Kunst und die kritische Reflektion über diesen enorm selbstbezogenen Betrieb mögen.

Aber nun Schluss mit billiger Werbung. Banksys Masche ist es, alles auf die Schippe zu nehmen und endlos zu reflektieren, dabei aber am Ende natürlich zur Kasse zu bitten, wie der Filmtitel besagt. Er ist subversiv in der Subversion. Insofern ist Banksy nicht jemand der wirklich gegen den Kapitalismus rebelliert, wie man aus der oberflächlichen Betrachtung vieler seiner Aktionen schlussfolgern mag, z.B. in diesem Film oder in seinem Simpsons Intro.  Nein, er bewegt sich gerade sehr geschickt in unserer marktwirtschaftlichen Logik, und auch bei ihm heißt es am Ende erhlicherweise Exit Through the Gift Shop! — Portmonaies raus, glaubt ihr wirklich ich sprüh’ meine Kunst umsonst an die Wände???

Wie in einem Museum wird also am Ende im Giftshop abkassiert, (Ich bin kurz davor, ein Banksy Buch zu bestellen!) man möchte dabei aber natürlich erstmal subversiv oder “kulturell hochwertig” entertaint werden, um dann guten Gewissens die Bildungsgüter zu kaufen. Diese Einsicht ist nicht schön, aber ehrlich.

Auf jeden Fall regt dieser Film an, auch den jüngsten Banksy-Simpsons Streich nicht einfach in seiner schlichten Anti-Merchandising Message zu sehen. Ich betrachte die  Simpsons-Banksy Aktion als kluge Werbung — bloss ist es glaubhafter und trendiger, als all diese T-Shirts, Werbespots und der Plastikkrams zusammengenommen. Ein Grund für seine hohe Glaubwürdigkeit ist, dass Banksy im wortwörtlichen Sinne gesichtslos ist, so dass er und sein Werk als (scheinbar) pure Kunst wahrgenommen werden — ganz ohne die Künstlerperson mit all ihren Starallüren. Man denke nur an Damien Hirst oder Andy Warhol dagegen. Banksy braucht sich dann auch nicht mehr an die Fakten zu halten, da seine standardmäßige Anti-Message erwartungsgemäß erfüllt werden muss. Wenn man sich z.B. die wahren Produktionsbedingungen der Simpsons Zeichner ankuckt, dann erkennt man dass Banksy entgegen der Fakten einfach dass aussdrückt, was wir kulturkritische Menschen uns als Kernaussage wünschen, und zwar dass Merchandising Ausbeutung ist.

Banksys Film ist also letztlich nur eine Form von kritischer Konsumbefriedigung. Halt nur verdammt clever gemacht, da es sich nicht als solche billig präsentiert. Und genau an diesem Punkt sind wir bei Mr. Brainwash, der genau das banksyhafte verkörpert…aber schaut’s euch an.

October 19, 2010 at 9:31 pm Leave a comment

Ecosia statt Google? Nein, danke!

Es kam heute die gefühlte zwanzigste Ecosia-Einladung über StudiVZ rein. Komischerweise reagierte ich so emotional, dass ich jetzt diesen Blogeintrag verfasse, der sich gegen all diese one-click-and-you-can-safe-the-world!!-Ideen richtet.

Ich finde einfach die Verführbarkeit für solche digitalen Opiate unappetitlich. Nennt mich ruhig defätistisch — ich glaube an Bio-Lebensmittel, weniger konsumieren, weniger fliegen usw. Aber ich glaube nicht an die Weltrettungs-Wirksamkeit von Suchmaschinen und Feed a Child with a Click sowie Konsorten (m.E die perverseste digitale Variante, Menschen glaubhaft machen zu wollen, das Schicksal eines Kindes liege in seiner Hand).

Jede Ecke des Lebens soll also mit Charity zugespachtelt sein, irgendwelche intransparenten Unternehmen die sich bei Sponsoren anbiedern. Nein, danke.

Beispiel Ecosia, tolle neue-alte Marketing Idee á la Krombacher mit klischeehaftem Urwaldbild. Aber nichts dahinter, weil

  • Man unterstützt Yahoo und Microsoft, die sich eins ins Fäustchen lachen.
  • Ecosia bündelt informationen nicht sinnvoll und ressourcensparend wie Google, ich muss also immer eine ganze Internetseite laden (Co2 durch Server!) um Wetter oder Wechselkurse zu erfahren (“Pfund in Dollar” oder “Wetter in Hannover” geht nicht ) außerdem…
  • …ist das Gesamtkonzept von Google durchaus ressourcensparend, wenn man sich nicht bei einzelnen Anbietern durch grafiklastige News klicken muss, sondern alles durch ein paar Klicks bekommt, News, Docs, ein Emailaccount der mich nicht penetrant mit Boulevardnews auf der Startseite zuschüttet.
  • Wie schon gesagt: Ecosia hat mit seiner Schmalspursuchmaschinenvariante keine Extras wie Mailsuche, Books, News oder Docs. Als ob eine Suchmaschine heute nur eine Suchmaschine ist; Dass Ecosia so reduziert ist, kommt mir wieder so á la Jahr 2000 vor — spricht ja wieder für die StudiVZ-Steinzeit-Nutzer, die mich immer in Ecosia Werbegruppen einladen wollten (Sorry für den Seitenhieb, bin halt ein Nerd.)

Don’t be evil, hat Google als Eckpfeiler seiner Firmenpolitik angegeben, und die Kategorie evil in der Firmengeschichte deutlich gestreckt. Ökologischer Lebensstil mit Yuppietum und Öko als Marketingidee gibt es sicherlich auch bei Google (Stromautos sowie seine Server, die lt. Google Öko sein sollen). Aber ich halte es für besser, bei einem Suchmaschinenanbieter zu sein, der mir nicht seine Mission penetrant aufdrängt. Und ich muss hier nicht die alte Diskussion anzetteln, dass Charity auch immer die Verantwortung von Staaten abnimmt und aufs Individuum abwälzt, oder?

Was für eine gefährliche Botschaft kann es sein, wenn Ecosia impliziert, der Regenwald sei durch Gesuche von ein paar Millionen Menschen zu retten? Damit soll es also Getan sein? Für mich hört sich das ganz nach einem dititalem Lifestlyle-Opiat an.

Ecosia ist wie alkoholfreies Bier oder koffeinfreier Kaffee. Diesen Pseudo-Produkten wurde ihr grundsätzlicher Stoff entzogen, der eigentlich ihre ursprüngliche Existenzberichtigung ausmacht. Das ist wohl der Monolog eines Ecosia-Nutzers: Qualität der Suche? Extras wie Bilder und Büchersuche? Mir doch egal, der Regenwald muss gerettet werden!

Und wer will schon ein alkoholfreies Bier wie Ecosia trinken, wenn schon ein O-Saft einen Energieverbrauch von 1.050 Googlesuchen hat? Dann doch lieber das richtige Google. Prost!

July 27, 2010 at 11:19 pm 1 comment

Im Trend: Bücherschränke

“Der Trend geht Richtung Zweitbuch”, entgegnete mir eine Antiquarin, als ich zu geizig war, anstatt die Bücher im Zweierpaket nur einzeln zu kaufen. Zu dem Kafka nahm ich dann widerwillig noch Adorno, und schon sah ich mein Lesepensum im Niedergang, denn dann liegt hier in meiner Bude nur wieder ein neuer ungelesener Haufen, und man weiß nicht, womit man überhaupt anfangen soll.

Zuviele Bücher verstopfen also den Kopf, und jetzt steht hier einer dieser Outdoorbücherschränke am Fiedelerplatz, wo jeder nehmen und geben kann, wie er will. Heute zeigte ich den ersten ausländischen Besuchern diesen Schrank — sie waren sehr begeistert und machten Fotos mit ihm.

Die Leidensgeschichte fang aber schon im Juli 2009 an: In Bonn-Poppelsdorf. Jawohl, ich habe diesen Bücherschrank am Bild von Wikipedia wiedererkannt, und ich erinnerte mich sogleich daran, dass ich dort das vielbeachtete Internetarbeitsweltbuch “Wir nennen es Arbeit” (Lobo/Friebe) aus dem Schrank gezogen habe.

Und seitdem stehe ich in der Schuld mit dem Bücherschrank Bonn-Poppelsdorf, denn natürlich hatte ich kein Buch dabei, um Ausgleich zu schaffen. Irgendwann, wohl als Pensionär, werde ich zu diesem Schrank zurückkehren um meine Schuld zu begleichen.

Ich kann mich noch dran erinnern, dass dort sogar die Hardcover-Version von “Das Parfüm” in der Bonner Sonne schmorrte. Auch heute wieder, bei meinem fast hauseigenen Bücherschrank am Fiedelerplatz: Die Qualität der Bücher ist gut, und die Anzahl der Leute, die alte PC-Handbücher reinstellen doch sehr gering.

Passend zur WM fand ich in diesem hannoveraner Bücherschrank auch Bücher zu Afrika — Die Nelson Mandela Autobiografie sowie Irgendwo/Nirgendwo in Afrika von Caroline Zweig. Themenaktualität ist also gegeben! Übrigens auch viel Englisches — Kurishei, Joyce, Poe etc.

Auch kann man gepflegt Selbstmarketing mit so einem Bücherschrank betreiben. Wie, ihr habt noch keinen Roman geschrieben? Nunja, Michel Turzynski schon, denn er hat zwei seiner Reiseberichte (“100 Länder nebenbei” und “Auf dem E1 von Göteborg über Flensburg nach Genua”) da signiert reingestellt, und nun wird er auf diesem hochklassigem Blog erwähnt. Seine Bücher gibt’s auf BooksOnDemand.de. Oder diese Tage am Fiedelerplatz, wenn ich die Turzynskis wieder zurückstelle.

Laut Wikipedia gibt es in Hannover rekordverdächtig viele Bücherschränke, 13 an der Zahl, plus den an der Fiedelerstraße, denn ihn hat noch kein Wikipedianer erfasst.

Und mit bookcrossing.de gibt es das Ganze, wenn auch etwas anders, in ver-socialnetworkter Form, mit Merchandising, Community und allem drum rum.

Spätestens dann, wenn es wieder soweit kommt, sich mit Communities rumzuplagen, und die Bücher mit IDs zum tracken zu versehen, sollte man lieber ein Buch zur Hand nehmen und lesen, Internet aus.

July 4, 2010 at 10:20 pm 2 comments

Es gibt keine Moderne Kunst!

Ich komme verspätet zu der Erkenntnis, dass es wahrscheinlich keine moderne Kunst gibt. Schon länger wollte ich drüber bloggen, mit meinem fragmentarischen hier-und-da Kunstwissen. Aber nein, selbst dieses Wissen gab es nicht. Ich bin schwer enttäuscht, wer auch immer mir eingeredet hat, dass es cool sei, diese intellektuellen Proleten wie Damien Hirst oder Tracey Emin toll zu finden.

In München hing ein Faden von der Decke. Letztes Jahr, in der Modernen Pinakothek. Es war sogenannte Installationskunst, ich dachte, aha, das ist jetzt modern, das ist ja witzig. Ein Rucksacktourist hielt seinen Finger nah an den Faden, welcher von der elektrostatischen Ladung dann verdächtig nah an an seinen Finger gelangte. Ein Wächter sah dies, sagte warnend nicht berühren!, Der Rucksacktourist entgegnete tue ich doch nicht!

Der Rucksacktourist hatte recht, denn es stand zwar wie überall KUNST NICHT BERÜHREN, aber es stand nirgendwo BITTE NICHT ELEKTROSTATISCH ANZIEHEN LASSEN oder NICHT GEGENPUSTEN (Was ich diesem Faden gerne angetan hätte, um diesen autoritären Wächter mal zu nerven, nachdem er harmlose Rucksacktouristen zusammengestaucht hat.

Tja, solche witzigen Sachen geschehen in dem politischen Mikrokosmos “modernes Kunstmuseum.” Ich glaube, dass moderne Künstler also keine modernen Künstler sind, sondern sie eigentlich Politiker/Historiker/Philosophen sind, ziemlich gute sogar.

Christoph Schlingensief hatte sich vor einigen Jahren mal von der Deutschen Bank eine Kunstaktion bezahlen lassen, die daraus bestand, einfach hunderttausend Euro vom Reichstag herunterzuwerfen. Durfte er aber dann doch nicht. Deutsche Bank sagt Nein! Herrlich, die Diskussion darum, Sinn und Zweck etc. — leider kein Platz an dieser Stelle. Oder Kraftwerk (wenn man die denn als moderne Kunst bezeichnen kann), die 400.000 Euro für ein minimales Jingle für die Expo 2000 erhalten haben, und damit eine prima Grundlage für eine Kritik an das 3Super-Hits-am-Stück!!-Radioniveau geboten haben (weil sie die Hypermoderne Komposition nicht spielen wollten, passte nicht in den Einheitsbrei).

Was im Volksmund als Moderne Kunst bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit unser aller schlechtes Gewissen, die für die Debatten sorgen, die meist leider von der Bild-Zeitung ausgehen, und die uns dann stark gefiltert erzählt, was im Parlament abgeht…

Kein Wunder, dass Künstler manchmal einfach das Gefühl haben, 100.000 Euro vom Reichstag herabzuwerfen (Schlingensief), oder ihn einzuhüllen (Christo, Jean-Claude 1995). Die Botschaft überzeugt in ihrer Klarheit. Vielleicht ist moderne Kunst ja die nötige Spur Diktatur in der Demokratie, denn ein einzelner Künstler diktiert, welche gesellschaftlich notwendigen Debatten er anzettelt.

Als ich letztens aufgedreht von Kaffee vor dem Computer saß hatte ein noch unentdeckter Künstler ein paar Werke auf Facebook gepostet, die ich spontan kommentierte. Ich war von meinem Resultat selber überrascht, und vielleicht ist das ja ein Zeichen von guter moderner Kunst, die ein Nichts ist,  ein Mangel, eine Negativität, eine Projektionsfläche für allerlei Gedanken/Theorien ist.

Hope — Yellow and Orange No. 1

Dezember 2009, Facebook, unbekannter Künstler

Was [unbekannter Künstler] hier beschreibt ist nichts weniger als Lacan’s “Il n’ya pas de rapport sexuel” (Es gibt keine sexuelle Beziehung). Das Bild, das ohne die provokanten Farben von einer Kitschkunst-interessierten Hausfrau gemalt sein könnte, funktioniert nur mit der fantasmatischen Idee der “Liebe” — hier symbolisiert in seiner einfachsten Form: dem Herz. Die, zumindest nach populärem Geschmack, unästhetische Farbgebung unterminiert die romantische Idee der Liebe, die, ebenso wie Lacan besagt, das Sexualität ohne die Fantasie nicht existiert, bzw. in seiner rohen Form eklig wird (s. Snuff-Porn, den Slavoj Zizek mit besonders schlimmen, reelen Momenten vergleicht, wie 9/11). Das naive, fast wie von einem Kind skizzierte Herz führt dem Betrachter dennoch penetrant die romantische Liebesidee vor, so dass es fast eklig wird, in angesicht der Farbgebung, die digitale Machart, die inadequate Facebookvermarktung und, wie bei anderen Werken in dieser Serie, den globalen Kitschkommentar “Hope”, der anscheinend ironisch gemeint ist.
Hope — Yellow and Orange No. 2
Dezember 2009, Facebook, unbekannter Künstler
Das Guantanamo-Orange und das Dollarzeichen stehen im Kontrast zum Hope-Titel. Ausserdem ist Gelb eine Farbe des Gifts, also deine sporadische/unsaubere Applikation kann auf dem vergifteten/kapitalistischem Individuum auf dem Orangenen Grund (d.h. eine Gesellschaft im Zeichen des Homo Sacer/entrechteten und ausgeschlossenen Subjekts hindeuten (s. Giorgio Agamben/Judith Butler’s neuere Werke)…also ein Kommentar zur heutigen Gesellschaft, die “Hope” als augenwäscherische Propagandaformel benutzt, um den letzten Dreck zu betitulieren.

December 11, 2009 at 1:09 am Leave a comment

Webmontag Hannover

In a dark, old-style sports-club-room I visited one of these “webmontags”   . The first Twitterwall I have seen and the most silent microphone I have heard so far ;).

The last presentation was the best one, but rather because of the energy and the presentation skills of Robert Basic (famous, because he was the first one who sold his Blog for about 50.000 Euros on Ebay). But the idea of his city portal buzzriders was quite simple: a local media plattform run partly by “Housewifes — because they have the time and the network” (I am unsure whether this was totally ironic). Lots of videos are planned to be embedded, the development will be totally open. Financing is via advertisements or people who search for something useful when new in town, use the buzzrider search engine then, and are provided by “paid” results mediated by buzzriders.

There was some studivz bashing going on (“marketingscheiss”) as a reply to a guy who said that they are successful due to marketing (studivz is not because they have a loss of 10 mio. Euro). “It’s the product!”, “No long term plans”, “for the common people, Basic stressed.

Good luck  for this idea. From my point, I would miss professional journalist’s local news, but what’s the alternative when newspapers get rid of local journalism?

Further links

www.deineschokoladen.com (Good for presents!)

Well writen Blog entry about Basic’s presentation: http://blog2.de/archiv/442

picture from: http://t3n.yeebase.com/9-webmontag-hannover-242579/

April 20, 2009 at 11:29 pm 1 comment


About jannesr.wordpress.com Blog

This Blog has no real mission, but it is just a place for me to publish stories.
I like to have the pressure to simply write something down for an abstract audience. Bristrouble.wordpress.com was another attempt of me to do this when I was in Bristol. See below.

Twitter Messages

Categories

Recent Posts

Photos

RIMG5282

RIMG5280

RIMG5273

RIMG5260

More Photos

RSS London Leben – great monothematic Blog

  • The End
    Ueber vieles haette ich noch schreiben wollen: trams in South London z. B., Joseph Grimaldi Park, die time machine in Brompton vielleicht, Londons aelteste Bruecke, die molly houses … Aber es ist Zeit. Alles endet irgendwann mal. Das Land hat sich veraendert. Die Stadt hat sicher veraendert. Und nicht zum guten. Sie wollen uns nicht mehr. Wenn man dort nicht […]
  • Gallivanting
    Urlaub. Dann entscheiden, wie es weitergeht. Bis bald. Hoffentlich.

RSS Art-for-eye Blog on Web 2.0 (mostly)

  • Erste Erfahrungen mitBooks on Demand
    In jeder Familie taucht hin und wieder ein Leuchtturm der Vergangenheit auf – so auch bei uns. Der Ur-Großvater meiner Frau war Kadett der österreichischen Handelsmarine. Mit dieser fuhr er in den Jahren 1865 – 1872 auf einem Segelfrachter durch das Mittelmeer und bis nach Großbritannien. In diesen Jahren entstanden zwei Tagebücher, die beim Aufräumen … Erst […]
  • Braucht man einen Themenplan?
    Mirko Lange hat zur Blogparade aufgerufen und will wissen, ob man einen Themen- oder Redaktionsplan für das Content Marketing im Corporate Umfeld benötigt. Was ist ein Redaktionsplan? Grundsätzlich sollte man zwischen Themen- und Redaktionsplan unterscheiden. Im Redaktionsplan werden die Themen gelistet und vor allem geplant, die zu einem bestimmten Zeitpunk […]