Posts tagged ‘Web 2.0’

Die fehlerhafte Familie Facebook

Auf Seite 2 der ZEIT sollte nicht allzu viel Unsinn verzapft werden — dass sollten sich die Redakteure lieber für die hinteren Seiten aufsparen. Dennoch hat der Artikel “Familie Facebook” die Qualität, die schon der kleine, aber feine Rechtschreibfehler “E-mils” symbolisiert.

Was mir die Familie Pourkashani da schönes erzählt, wie Facebook ihre Kommunikation vereinfacht, oder auch nicht, ist mir eigentlich ziemlich egal. Das ist wohl eher interessant für die vielen Studienräte, die die Zeit ja abonniert haben sollen.

Aufschlussreicher ist das, was Redakteurin Khue Pham zwischen den Zitaten runterschreibt. Gehen wir mal einige Passagen durch:

Und wie Menschen miteinander umgehen, hat sich fundamental verändert. Man führt sein Leben – und dokumentiert es gleichzeitig im Netz, abrufbar für beinahe jeden, vermutlich für immer.

“Beinahe jeden”? — zumindest für meine paar hundert Facebook-Freunde von den Milliarden von Erdbürgen die es sonst noch gibt, ja genau, also quasi für jeden. Und dann sind das auch nur einige wenige Aspekte des Privatlebens, aber das entscheidet jeder Nutzer individuell. Dass man sein Leben nicht auf Facebook “führt”, sondern eher selektiv bestimmte halbprivate Dinge wie Fotos oder Veranstaltungen reinstellt, geht in dieser faulen Zuspitzung verloren.

Bis Gerüchte zu kursieren begannen, das iranische Regime unterwandere die Seite, um seine Kritiker zu verfolgen. Auch so ein Facebook-Dilemma.

Viele Kommunikationskanäle können leider abgehört, gehackt oder unterwandert werden. Welche Konsequenzen könnte Familie P. daraus ziehen? Nicht mehr zu telefonieren oder zu emailen, weil diese Technologie ja auch politisch missbraucht werden könnte? Das ist kein “Facebook Dillemma”, das ist ein generelles Technologiedillemma.

Und immer mehr Werbung. Viele große Firmen nutzen die Plattform für Marketingzwecke; die Deutsche Bahn verkauft von Montag an Sonderpreis-Tickets exklusiv auf Facebook. Auch das ist eine Grenzüberschreitung, eine Ausweitung der Privatzone. Man könnte auch sagen: eine Ausbeutung der Nutzer.

Ich kenne dieses Bahn-Angebot nicht, aber so wie das hier beschrieben wird ist das ganz normale, faire und kluge Werbung. Wagt es die Bahn etwa auch, irgendwo in der rechten Ecke auf Facebook eine Anzeige fürs Facebook-Angebot zu schalten, und mich damit, nach Phams Worten, “auszubeuten”? Obwohl ich die Zeit auch im Bett oder in anderen privaten Situationen lese, ist es doch normal, dass es Werbeanzeigen gibt, die den Facebook- oder Lesespaß auch finanzieren. Facebook ist keine Privatzone, sondern ein Café, in dem halböffentlich kommuniziert wird.

Als die sich anmeldeten, erlaubten sie der Seite, ihre E-Mail-Konten zu durchsuchen nach Kontakten, die bereits Mitglieder auf Facebook waren. Sie wussten nicht, dass Facebook ihre E-Mail-Listen speichern würde, um später Nichtmitglieder wie Gelareh anzumailen. Noch ein Vertrauensbruch von Facebook.

Ich muss zugeben, dieser Friendfinder ist ein Unding seitens Facebook. Aber andererseits auch ein “Intelligenztest” seiner Nutzer, wie zynischerweise mal auf Twitter geschrieben wurde. Es erschreckt mich doch, wie viele Menschen ihre Email-Account-Daten naiverweise an ein anderes Unternehmen geben. Das ist ungefähr so, als würde ein Onlineshop fordern, doch gleich die Bankdaten mit PIN zu geben, um die Bezahlung durchzuführen.

Imperien entstehen dort über Nacht. Doch sie können, wenn sie ihre Faszination verlieren, fast ebenso schnell wieder verschwinden. Einst war MySpace viel größer als Facebook, heute spricht kaum jemand mehr davon.

Facebook ist eher eine Metapher für Social-Networking. Das Unternehmen Facebook kann untergehen, Social-Networking wird weiterhin wachsen. Dieses Schusswort ist sehr hohl, da der Artikel auf der einen Seite darstellt, wie Facebook doch die ganze Familie P. im Kommunikationsverhalten prägt und am Ende Facebook als Trend kleinredet. Das war vielleicht bei Myspace der Fall, aber die Nutzer waren auch nicht derart vielfältig und über Generationen vertreten. Ob sie das Social-Networking auf Facebook betreiben, oder woanders, können wir erst in fünf bis zehn Jahren beantworten.

So interessant das Bild der Facebook Familie in diesem Artikel doch ist, es wird leider auf niedrigem Niveau über die Facebook Entwicklung geschrieben. Ganz wie der “The Social Network” Film beschwört dieser Artikel das übliche Negativbild herauf, dass alles nur Trend sei und hinter der Fassade doch viel schlechtes steckt.

October 24, 2010 at 7:53 pm Leave a comment

Lesen mit Kindle?

Seitdem ich das Luxuproblem habe, meine Bücher an einigen Orten zu haben, und gerne auf sie Zugriff hätte, wenn ich mich unglücklicherweise an Buch-Nichtstandort befinde, frage ich mich, ob ein E-Reader sinnvoll wäre.

Die Antwort ist nein. Und das ist nicht nur so, weil ich ein Buchregal und sein organisches Wachsen, gelegentliches durchwälzen und durchschauen gut finde, sondern auch weil Notizen an Buchrändern bei E-Readern nicht möglich sind? Ich bin mir da unsicher, denn eine Tastatur hat der Kindle E-Reader ja — aber kann man dort auf einzelne Seiten Kommentare hinterlassen? Oder Passagen digital unterstreichen? Und diese einzelne Seite mit den Notizen schnell ausdrucken?

Das wäre ein großer Vorteil, denn die eigene Bibliothek sollte eine persönliche Note enthalten, und nicht jungfräulich aussehen. Einige Bücher aus dem Antiquariat haben neben den fast lebendigen (Schmutz-) Flecken auch sinnvolle oder weniger sinnvolle Randbemerkungen.

Bücher aus den Tiefen des Antiquariats, die 50 oder mehr Jahre alt sind, vor Unterstreichungen und Fragezeichen sowie unleserlichen Wörtern am Rand strotzen — und wenn dann noch die Geschichte bewegt, dann glaube ich, selber ein Stück Geschichte in der Hand zu haben. Das Buch an sich als Teil der Geschichte…

Pardon, ich glaube bin da von den evtl. digitalen Randbemerkungs- oder Unterstreichungsmöglichkeiten abgeschweift. Selbst wenn das möglich ist, ist es schwer, digital 500 Seiten durchzublättern um einen Kommentare schnell mit der passenden Textstelle ausfindig zu machen. Und darum geht es doch häufig: Schnell den passenden Gedanken oder das interessante Zitat parat zu haben.

Ich würde gerne einige Blogs und Mails intensiver lesen, was mir auf dem Computerbildschirm schwerfällt. Dafür allein ist der Kindle aber noch zu teuer. Für den täglichen digitalen Einwegmüll (wie diesen Blogeintrag z.B.) ist ein E-Reader also nützlich.

Es gibt also immer noch keine Alternative für das Buchregal oder den Bücherhaufen, wahlweise. Und das ist auch gut so, denn vielleicht ist das Buchregal die letzte Bastion gegen den “flexiblen Kapitalismus” (s. mein Buchregal), mit flexiblen Büchern. Der Mensch möchte halt manchmal an den Ort seines Ursprung…ähhh Buchsprungs zurückkehren.

Nachtrag 6. Dezember

Google Scholar ist schon eine kleine Lösung des Problems. Für wissenschaftlich Arbeiten kann man da etliche Bücher durchsuchen. Die Norton Anthology bietet einen Webzugang an, wenn man das Werk kauft. Das sollte Standard werden, um gerade dicke Werke schnell auf Schlagwörter zu durchsuchen, um dann den Text aber in Druckform intensiv lesen zu können.

Das Problem an Google Scholar (wenn man das Werk nicht in Druckform hat) ist, dass man seinen Essay aus kleinen Fragmenten zusammenbasteln kann. Aber da sollte jeder Dozent zwischenhauen und fragmentarisches Denken anmäkeln.

Digital und Druck, keine Gegensätze sondern Symbiose!

November 5, 2009 at 11:58 pm 2 comments

Why I Blog: Egoism, Exhibitionism, Demons

Some years ago, I read some George Orwell texts: 1984, shorts stories (Shooting an Elephant — hillarious!), essays (Socialism and the English Genius). When I had some discussions about blogging recently, why one should do it or why not, one Orwell text came into my mind: “Why I write”. Because I am too lazy to think myself, I will build my argument on “Why I Blog” on this Orwell essay.

Being absolutely honest, this is the main point, and also true for me:

(i) Sheer egoism. Desire to seem clever, to be talked about, to be remembered after death, to get your own back on the grown-ups who snubbed you in childhood, etc., etc. It is humbug to pretend this is not a motive, and a strong one.

I don’t receive that much comments on my blog, but I am always very happy to get some. Some people write mails or comment on Facebook. Especially from people I don’t know at all, or people I did not see for a long time. This always satisfies my egoism, speaking with Orwell. Today, maybe “sheer egoism” sounds too strong and one would call it rather “Self-Marketing”, “Network-Reputation” or “Online Reputation.” Anyway Orwell is still right with the point of “sheer egoism.” Blogging is not socialism.

Some political entries I wrote also quite agree with this argument of Orwell:

I write it because there is some lie that I want to expose, some fact to which I want to draw attention, and my initial concern is to get a hearing.

Blogs have power because of immediate, subjective response to events. If you ever face an event, and your Blog is visited by just 20-30 people weekly, there is the potential to “get a hearing.” I think this is a basic need for humans, speaking in biological terms, that other people listen to them, and this goes beyond sheer egoism. Blogs, in contrast to oral communication are more like a monologue, this makes it harder to get a hearing, but it still is possible to deliver a political/personal message. And, who knows, maybe someday you are the first one to comment on a historical event?

So, is blogging for people that are egoists and people that like to talk to themselves? Orwell ends his essay with the idea that the mystery of writing cannot be totally solved. Let’s end this Blog-Entry with a very long quote, because I am again too lazy to think:

For all one knows that demon is simply the same instinct that makes a baby squall for attention. And yet it is also true that one can write nothing readable unless one constantly struggles to efface one’s own personality. Good prose is like a windowpane. I cannot say with certainty which of my motives are the strongest, but I know which of them deserve to be followed. And looking back through my work, I see that it is invariably where I lacked a political purpose that I wrote lifeless books and was betrayed into purple passages, sentences without meaning, decorative adjectives and humbug generally.

Again, Orwell speaks from my heart: I want to find an idea of truth, although I know that there is none. A truth about me, about others, about what’s out there. And as Orwell, I regularly look back on my Blog-Entries, what I wrote on Social-Network profiles, just to see what I was thinking, and how I changed my mind or my interests. Or not.

September 15, 2009 at 10:21 am 1 comment

Randbeobachtungen: SPD-Wahlkampfauftakt in Hannover

Manchmal muss man sich die Politik ganz klassisch geben. In Athen war das vor 2000-und-ein-paar-zwerquetschten-Jahren auf der Agora, dem attischen Marktplatz. Heute war das hier in Hannover, auf dem Opernplatz.

Politik fernab der Fernseher und der Elefantenrunden. Unmoderiert und frontal. Mit dieser Neugier ging ich also an die Oper, um Müntefering und Steinmeier reden zu hören. 5.000 bis 8.000 andere Leute dachten so ähnlich. Web 0.0 ist im Trend!

Wo sich sonst Emos, Punks und manchmal Openbesucher tummeln, war also eine große Bühne aufgebaut. Auf dem Opernbalkon waren drei Scharfschützen und Polizisten mit Fernrohren. Neben Münte, war auch noch der zweite von den Stones anwesend: Stein-brück. Außerdem Gerhard Schröder mit Frau. Und ein paar vom “Kompetenzteam” — ich meine Manuela…die immer als jung und unverbraucht bezeichnet wird. Tatsächlich, diese Kernkompetenz hat sie!

Wichtige Menschen, die ich auf einem der drei Projektionswände reden hören darf. Und grund genug, dass maskierte Scharfschützen ihre Gewehre auf die Menge richteten.

Der Politikerkopf wurde auf der Enternung also recht klein, da der Orchestergraben ein näheres Herantreten an die Bühne verbat. Im Orchestergraben saßen also Schröder und andere Special Guests, und natürlich auch die sicherlich überzeugten Schilderwinker der Jusos.

Ich war naiv anzunehmen, dass dort eine Bühne steht, und das schnöde Volk sich dort sammelt. Nein: Presseeingänge und Ehrengäste. Abstand zum Volk blieb also gewahrt. Zusätzlich standen an der Seite des Orchestergrabens also Übertragungswagen, die den Blick auf die Bühne beschränkten. Irgendwo fand ich meinen Platz dann in der Nähe eines solchen Eingangs, wo gerade ein Juso mit Flagge hinter einem Internetaktivisten stand.

Wie also zu 75% meiner Zeit begnügte ich mich mit dem Blick auf einen Bildschirm. Spannender war, was so drumherum geschah: Zwei Jusos im besten gebügelten Hemd versuchten den anscheinenden Piratenpartei-Anhänger zu verdrängen, da er wohl die Sicht auf eine Projektionswand versperrte. “Scheiss Spinner von der Piratenpartei!” fiel dann als sozialdemokratischer Kommentar.

Im Orchestergraben allerdings störte die SPD-Jubelschilder-Winkerei (u.a.”Mindestlohn für Ackermann!”) im gleichen Maße meinen unmöglichen Blick auf den Redner, wie der Web 2.0-Aktivist mit seinem Web 0.0-Schild.

Und die Inhalte? Interessant fand ich, wie Müntefering meinte, der boulevardeske Angriff auf die Privatuni-Studentin die heuchelnderweise gegen Studiengebühren sei, “bringe die ganze FDP-Denke auf den Tisch.” Leider finde ich den Artikel auf bildonline nicht mehr, den Münte als Quelle nannte. Doch finde ich  generell, dass man auch in der SPD “Champagnersozialist” sein darf. Oder sich aus einer Luxusposition für eine Politik einzusetzen, die nicht nur auf den eigenen Vorteil ausgerichtet ist.

Steinmeier sprach hinterher noch in einem Satz von einer “Generation Ellenbogen und Generation Bonus.” Gibt es da schon Bücher zu, nach “Generation Golf” und “Generation Doof”? Haben wir es da nicht mit einer Klasse zu tun, die sich zuviel bedient.

Bekannte Positionen also, die die SPD zuverlässig vertrat. Gerechtigkeitsthemen, die breiten Zuspruch finden (die Zustimmung für einen Mindestlohn lag bei ca. 70%). Allerdings sind dort zwei Stolpersteine, die nicht in Richtung SPD deuten: Warum ist Graf Guttenberg so beliebt? Warum SPD und nicht gleich die Linke wählen — die diese Positionen nach Hartz-IV glaubwürdiger vertreten?

Die FAZ titelt heute, “Rot-Rot und  Schwarz-Gelb gleichauf.” Links hat also wieder aufgeholt, wenn man die Landes- und Bundesebene unzulässigerweise verquickt. Dennoch betont Münte, auf Bundesebene seien “die Schotten dicht. Keine Zusammenarbeit mit der Linkspartei.” Er merkt dann aber auch: “Da hat jetzt nur die Hälfte der Leute geklatscht. Dennoch…”

Die Bühne hatte das große Schild mit:”Unser Land kann mehr.” Und das ist vielleicht eine gute SPD-Botschaft, die Merkels passiver Haltung entgegentritt. Ich interpretiere das so, dass die SPD versucht, Wähler bei ihrer bequemen “Naja, die Merkel ist diplomatisch und hatte keine großen Fehler”-Haltung abzuholen.

Zum Schluss gab Steinmeier noch Autogramme beim meterhohen SPD-Würfel, der auch durch die Lande tourt. Die Würfel sind also noch nicht gefallen. OK, das war ein billiger Spruch.

August 31, 2009 at 9:09 pm Leave a comment

Coffeeshophilosophy!

The Blog-entry: “How Starbucks might kill freelancing – or the other way around” inspired me to set coffeeshops in a larger frame and constitute a coffeeshopcentric-worldimage, just as some other guys did in a different way (whose names I forgot).

Anyway: Let’ start with that well-known Globalization-everywhere thesis: Just as people are travelling more, national and cultural borders erode, goods are shipped from any place to your house, so is a working place not a local place anymore. And it doesn’t need to be: communication is possible via phone, blackberry, skype, mail, (corporate-) wikis, video-conferences. Information isn’t even anymore local on your notebook’s harddrive: Data is stored and edited on servers around the world — cloud computing, driven by Google-Documents, for example.

Skimming several centuries: Agriculture, Industry, Service, and now the Information age. And information is not bound to any place, they are in, with and between people, not in shabby offices.

And now you have the decision to work where?

Yes, in a coffeeshop.

Coffeeshops are cosy, nicely decorated, and if not so, they draw at least interesting people. The TAZ-Café in Berlin with the proximity of the editorial office is a good example for that: Cool, self-considered-“somehow”-left-wing people are just sitting around. With or without notebook. People, definitely with notebook, are what you meet in St. Oberholz, also in Berlin (picture says everything). The most important thing is, that there is a current influx of people. And W-Lan.

Starbucks is out! It is extremely expensive. But they probably were the first with reliable W-Lan-connection, years ago. I think that Starbucks today draws rather established businessmen- and women. And tourists.

But working in a café is nothing new, although the hippy trendy terms “coffeeshop” and “freelancing” suggest so. Also, this is not a new phenomenon of the information age.

Philosopher Jürgen Habermas wrote in” The Structural Transformation of the Public Sphere” that coffee-houses are a sign of a new openess, bringing forth enlightnment. This characterizes the 18th century — No W-LAN and Starbucks around, can you imagine that?

Around the same time (18th cent.) the Tatler-Magazine (still existing today in a modern form) even had categories such as White’s chocolate-house (for gallantry, pleasure, entertainment) and Will’s coffee-house (poetry). Of course, the 18th century allowed only elitist groups to be in the coffee-houses that often.

Coffehouses, not yet coffeeshops were basically places for an exchange of ideas. A social place, that constantly remind us of the world outside, and isn’t this important for a constant flow of ideas? On the other hand, you are observed and need to look at least a bit busy. Seeing and to be seen! I guess this was extremely important for intellectuals and writers: Influence — giving and taking — and self-positioning among elitist circles. Networking and Self-marketing, as we call it today.

Let’s jump to newer times: Harry Potter was written in The Elephant House I once visited in Edinburgh. As I remember from a JK Rowling documentation, she just flet from her massive problems at home. This is the escapist-notion of coffee-houses: fleeing from problems, being among coffee-drinking, chatting people with the illusion that live goes on in a coffee-drinking-way.

So, would we have great literature such as Harry Potter or older books, whithout Coffee-houses? Or the other way around, are there coffee-houses because of creatives like JK Rowling? The HerrHorn.com Blog asks, what was first, the person or the institution:

“I’m wondering how it actually happened that freelancing is now so closely associated with coffee shops? Was it coffee shops first and suddenly everyone thought, “Oh, brilliant… let me freelance, now that I can hang out at this coffee shop all day and night”. Or was it freelancers first until one morning over a cup of coffee some business school graduate thought “Oh, brilliant… all those freelancers want to hang out at a coffee shop all day and night”. Hen and egg thingy, I guess.”

My answer: If we translate freelancers with free-thinkers and coffeeshops with coffee-houses there is a clear answer: Free-thinking within the enlightnment period allowed for coffee-houses. People just wanted to have an exchange with other people and not to read alone in their bedroom. Thoughts kindle things, not reverse. Coffee-houses then promoted free-thinking further and further. A transformation of the public sphere, speaking in the terms of Habermas ,was taking place.

In the W-LAN-coffeeshop-era there is no barrier anymore to communicate worldwide. Interestingly people seem to feel isolated in their rooms, even though facebook, skype and twitter allow for a communication overdose. No, people still want to got to coffeehouses or special Webmeetings (I blogged about Webmonday Hannover or SocialBar for example.) Being physically at a communicative place and being simultaneously virtual around the world; this needs training, otherwise it is extremely exhausting, as I myself figured out when doing everything but fulfilling nothing.

“Wir nennen es Arbeit” (We are calling it work) describes how the digital Bohème challenges a new formulation of what work actually is. The French term “Bohème” also stresses the fact, that this “class” of people was and is still a minority that live excentrically and financially insecure.

Working with the absolute need of W-LAN in coffeeshops is just the consequence of the extremely flexible We-are-calling-it-work in connection with the instant possibility of real-life as well as virtual communication. This new Bohème also hopes to find new projects to work on and to connect worldwide. Or to rephrase an old slogan “Bohèmians unite!”

To come to a point: Freelancing and coffeshops with W-LAN are a great supplementation. Coffeeshops will search for the audience of the creative class, this is just a free-market mechanism. Otherwise competitors will attract the creative class.

Dear HerrHorn.com, there is no reason to think that freelancing will die without coffee-shops with W-LAN (As this WallStreetJournal story suggests). And yes, I think the consequences of a — however improbable — dying of coffeehouses with W-LAN would be extremely severe in a creative and cultural sense.

August 14, 2009 at 1:53 am 1 comment

featuring: SocialBar Hannover

Gerade von der ersten SocialBar aus Hannover zurück: Immer noch begeistert von dem städteweiten Konzept. Klar, es könnten mehr Mitmacher da sein, aber 12 Web-Begeisterte/Unternehmenslustige Geister ist für den Anfang sicherlich nicht schlecht.

Und wir sind hier ja in Hannover, und nicht in Berlin (50-100 Besucher). Aber vielleicht macht ja gerade das den Reiz aus.

Ich hielt als kleinen Aufwärmer eine Präsentation über den HUB Berlin, mit dem Tool Prezi, das mich immer noch schwer begeistert, seitdem ich es im März 2009 in Berlin gesehen habe. Kann mir garnicht mehr vorstellen, mit einem anderen Tool Präsentationen zu machen. Schaut’s euch an:

http://prezi.com/138561/
prezi-lookIn diesem Blog wurde schon viel zu dem HUB-Co-Working Konzept gesagt, aber bei der anschließenden Diskussion und schon in der Vorbereitung ist mir noch folgendes deutlich geworden:

Die weltweite HUB Plattform wird erst dann vollkommen, wenn ein soziales Netzwerk für Synergien (sowas wie deepametha — es war mal in der Diskussion) verfügbar ist. Und wenn ich als interessierter Co-Worker auch einen Tarif buchen kann, mit dem ich mich einfach in andere HUBs setzen kann. Diese Woche London, dann Berlin. Ob das zur Zeit arbeitsmarkpolitisch sinnvoll ist, ist eine andere Diskussion. Aber es gibt sicherlich bald Projekte und Initiativen, die in etlichen Städten sitzen, und dann viel reisendes Personal haben. Der größte Vorteil bleibt: Im HUB gibt es nicht nur die technische Infrastruktur, sondern auch die kreative Umgebung. Aber: Weltweit, unter Kollegen — Digitale Bourgoisie global, der HUB als Home, noch ist das Zukunftsluft.

Zurück nach Hannover: Zwei Inititiativen sind mir im Kopf geblieben. Die erste war “Deine Stimme gegen Armut” . Unter Twitter ist sie unter kimgordonc zu erreichen. Sie arbeitet bei der Trägerorganisation Deutsche Stiftung Weltbevölkerung.

Zweitens hat A.H. aus Flensburg ihr Küstenpop Festival vorgestellt. Ein junges Festival, das in diesem Jahr das erste Mal stattfand. In der anschließenden Diskussion bei matschiger Lasagne tauschten einige SocialBar-ler dann Hinweise aus, wie man die Projektplanung und das Marketing (Website etc.) bei einem Festival besser bewältigen könne (z.B. mit WordPress/Google-Documents). Also genau das, wofür eine SocialBar da ist; Netzwerken, nett reden.

Beim nächsten Mal bitte ich um Präsentationen mit vielen bunten Bildern…oder gleich Prezi :).

Wie geht es weiter mit der SocialBar in Hannover? Ich habe mir sagen lassen, dass es die pl0gBar in Hannover gibt, und den WebMontag. Erstere ist alle zwei Wochen, also vielzu oft, um neues Publikum anzuziehen. Der WebMontag findet wohl alle paar Monate statt, dieses Jahr nur zwei Mal. Im Mai waren viele Leute da, ich fand ihn aber bei meinem ersten Mal irgendwie ungemütlich: Zu groß, schlechte Location (muffiges Vereinsheim), irgendwie unpersönlich.

Für die nächste SocialBar würde ich vorschlagen, dass sich mindestens zwei Präsentatoren finden sollten. Und der Veranstaltungsrythmus sollte bei 2 Monaten liegen.

Auf die nächste SocialBar! Danke an alle Zuhörer! Danke an Jörn für die Organisation!

Anbei noch ein Foto von der SocialBar in Berlin im grandiosen TAZ-Café (Als Vorbild sozusagen)

August 7, 2009 at 1:08 am 9 comments

featuring: Social Business

I already wrote about the HUB-Berlin on this Blog, but as I want this personal Blog to be about the ideas that drive me, I want to add another important topic: Social Business. And starting with a very basic question: What is this?

I read a good example of Social Business genius Muhammad Yunus (Nobel Peace Prize Winner) in his autobiographical accounts “Banker to the Poor.” To keep it short:

Imagine a bridge that is needed in a very poor, underdeveloped place.  A bridge, that is extremely necessary for the rural population to transport goods and earn a living. How can you run this? Old way: An investor builds it, runs it, makes profits through the toll, wants to make more and more profits. Or the investor brings the money to a different place.

This is the old way. The new way, it’ s Social Business: The ownership of the bridge is given in the hands of the actual population in the form of shares. Micro-credits can make it affordable to poorer people. Money made out of the bridge-tolls will be reinvested; either in similar projects or a higer share-value can be realized and it definitely goes to people that need it.

I wrote: The ownership is given. But who gives it into the hands of people that really need it? A company that is founded by a passionate  person (e.g. Yunus), but also makes sure, that ordinary people can own shares, that need the services of the company and also are willing to contribute to the company in more than a material sense. Investors should have an emotional association, more than the abstract worth of the share.

And here we are in Berlin, in the HUB Berlin. It is a cooperative, run by the self eG, shares are mainly owned by people who are either experienced in projects/initiatives that are not neccessarily Social Business, but new and creative. And these people also want to be sorrounded by people that think about making the world a better place in an entrepreneurial sense or in a private sense (LOHAS –  Lifestyle of Health and Sustainability). This is the difference of sitting with a Notebook in Starbucks and pretending to work.

As it is with the bridge, which seems to be a totally different example: People can invest money and their ideas (look at the HUB’s events on the Blog) and earn later on in a material as well as immaterial sense (There is nothing more worth than seeing positive change in your immediate environment!).

Of course, Social Business also sounds like a marketing idea, and lots of people want a softer definition of Social Business, because some think, it is social enough to employ people. Which is wrong because if people don’t see the sensibleness of their work and their impact, might become alienated (see Marx) or less motivated and productive (see Adam Smith). However, there is still this idea that Social Business is just a new formulation of the old CSR/Corporate Social Responsibility. I organized an event for the self eG in March and here is a report:

_____________________________________

Article: Social Business is hot in the HUB

With about 40 participants on the “Social Business” dialogue evening in the HUB, the self eG proved its power to bring together people from various fields. Norbert Kunz and Ralf Weiß introduced the topic “Social Business” with their expertise. With iq-consult, Kunz enables young people to found their own business.

The second speaker, Ralf Weiß from akzente advises large companies on Corporate-Social-Responsibility (CSR). Clear is: it is not clear what Social Business is, and whether there even needs to be a definition. Ralf Weiß presented the example of BASF chemicals working together with Noble-Peace-Prize Winner Muhammad Yunus in a joint venture. He referred to a broad variety of CSR concepts and pointed out that CSR and social business may contribute to a further development of social market economy. Norbert Kunz stated clearly, that a Social Business’ main aim is improving social aspects of society. It is not creating profit from clever and innovative products. “Bill Gates’ Microsoft is not a Social Business, because Software avoids much waste.”

However, Kunz stressed that he cannot coin the term Social Business, but that arbitrariness must be avoided in order to distinguish between charity and CSR: “It’s on Social Businesses to fulfil society’ s needs, whereas demands are fulfilled by the “regular” profit-driven market economy.”

Afterwards, the “Social Business Café” allowed for a dialogue and sharing of the experience of all participants. Hans Jürgen Döring, a new member of the self eG, shared the following on his table group: “The importance of a Social Business definition was stressed, but I think of a seal, maybe also a legal Social Business status for companies in the future”. Julia Homilius from stratum GmbH, a CSR-research and consultancy company, is sure that CSR and Social Business belongs together. In her table group, she brought the topic of a CSR-seal forward, to ensure sustainability. She does not see a clear separation of CSR and Social Business: “The aims are basically the same.”

There are two lines of argumentation: Some see a strict separation from Charity and CSR, others see Social Business as an inbetween solution of Charity and CSR. The self eG looks forward to another dialogue, to bring forward the Social Business idea in society, or as Döring says: “Social Business is not a short termtopic, no trend. There needs to be more dialogue among different groups of society.”

_____________________________________

If anyone wants to hear abot the HUB Berlin life, come to Social Bar Hannover on 6 August. I think the Social Bar is also a HUB in its literal sense, because it offers almost no restraints on what you want to present or hear about, and is therefore very good to connect to people with ideas of any kind.

Join here: http://socialbar.de/wiki/Hannover

July 20, 2009 at 12:11 am Leave a comment

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